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Beweismaßstab des § 287 ZPO; Rotatorenmanschettenruptur; psychische Beeinträchtigung

am 23.02.2006 von Straßenverkehrsrecht

OLG Saarbrücken, Urteil vom 11.10.2005 – 5 U 566/04-51/05
Aus den Gründen: „Im Rahmen der Beweiswürdigung nach § 287 ZPO werden geringere Anforderungen an die Überzeugungsbildung des Gerichtes gestellt. Im Gegensatz zum Vollbeweis des § 286 ZPO kann der Beweis je nach Lage des Einzelfalles bereits dann erbracht sein, wenn eine höhere oder deutlich höhere Wahrscheinlichkeit für die Richtigkeit der zu beweisenden Tatsachen spricht. Hier begegnet es keinen Bedenken, den Beweis am Maßstab des § 287 ZPO als erbracht anzusehen, wenn das Gericht im Wege des Ausschlusses anderer Ursachen zu der Feststellung gelangt, dass der Unfall als einzige realistische Ursache für die Beschwerden in Betracht kommt (BGH VersR 2003, 476). Allerdings verbietet sich ein solcher Rückschluss, wenn die ernsthafte Möglichkeit besteht, dass sich die Krankheit schicksalhaft entwickelt hat. Denn dann reichen allein die zeitliche Nähe zwischen dem Unfallereignis und der Entstehung der Beschwerden und die daran anknüpfende „gefühlsmäßige“ Wertung, dass beide Ereignisse irgendwie miteinander im Zusammenhang stehen, nicht aus (Senat, Urteil vom 28.6.2005 – 4 U 236/04-25/05; Senat OLGR 2005, 489, 490f.; BGH VersR 2004, 119; zu den Beweisanforderungen im Rahmen der Schätzung nach § 287 ZPO vgl. auch Thomas/Putzo, 25. Aufl., § 287 Rdn. 10ff.).
Auch unter diesen erleichterten Beweisanforderungen ist der Senat von der Unfallursächlichkeit der Manschettenruptur nicht überzeugt. Gegen die Unfallursächlichkeit dieser Verletzung spricht die geringe Aufprallenergie des mit dem Auffahren verbundenen Anstoßes, die keine gravierende Schädigung der Klägerin wahrscheinlich werden ließ. Neben der geringen Aufprallenergie spricht auch der Unfallmechanismus eines Heckanstoßes gegen eine Schädigung der Schultermanschette: Der Sachverständige …

Bei alternativ gegebenem Rechtsbehelf ist die Gehörsrüge unstatthaft

Recht und Alltag / Die Gehörsrüge als außerordentlicher Rechtsbehelf nach § 321 a ZPO ist nur dann statthaft und damit zulässig, wenn gegen das Urteil (des Berufungsgerichts) ein anderer Rechtsbehelf – wie z.B. die Nichtzulassungsbeschwerde nach §§ 591, 344 ZP…

Und wieder einmal: Beweis der HWS-Verletzung

Verkehrsrecht Blawg / Ein schier endloses Thema stellt mittlerweile der Beweis eines erlittenen HWS-Traumas dar. Gerade bei Auffahrunfällen stellt dieses nämlich sicherlich die häufigste Verletzungsart dar. Ein Beweis fällt den Verletzten jedoch regelmäßig schwer. I…

HWS-Syndrom und die Beweislast - So manche Versicherung gibt nicht auf…

Anwalt bloggt / Immer wieder werden die Gerichte mit der Frage befasst, ob ein Unfallverursacher bzw. dessen KFZ-Haftpflichtversicherung ein Schmerzensgeld für eine von einem Unfallopfer behauptetes Halswirbelsäulenschleudertrauma zu zahlen haben. … Mit dies…

Haftung für Geldabhebungen bei gestohlener EC-Karte

Heinicke und Kollegen / BGH Urteil vom 05.10.2004, AZ: XI ZR 210/03 Im vorliegenden Fall war einem EC-Karteninhaber die EC-Karte gestohlen worden. Der Dieb hatte am gleichen Tag von dem Konto am Geldautomaten zwei Beträge unter Eingabe der richtigen PIN-Nummer abgehoben. D…

Beweislastumkehr nach § 476 BGB

Corporate BLawG / von Ulrich Wackerbarth Gsell, JZ 2008, 29ff. spricht mir aus der Seele, wenn sie in ihrem Beitrag die Rechtsprechung des VIII. Senats des BGH zur Reichweite des § 476 BGB kritisiert. Der BGH habe im Zahnriemenfall (BGHZ 159, 215) falsch entschieden…

Amtsgericht Oschersleben: Prof. Dr. Dr. schützt nicht vor Unkenntnis der Materie

Strafprozesse und andere Ungereimtheiten / Dass viele psychiatrische und psychologische Sachverständige über Jahre nicht begreifen, welche Aufgabe sie haben und welche sie nicht haben, ist Alltag in der Strafjustiz.Heute musste ich aber beim Amtsgericht in Oschersleben zur Kenntnis nehmen,…

Zahnverlust bei Restaurantbesuch

Recht und Alltag / Der unter anderem für das Kaufrecht zuständige VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) hatte in seinem Urteil vom 5.04.2006 (Az.: VIII ZR 283/05) über die Frage zu entscheiden, ob zugunsten eines Gastes, der beim Verzehr einer Speise in ein…

Sachverständiger

Straßenverkehrsrecht / LG Mönchengladbach, Urteil vom 27.6.2005 – 11 O 332/04 Aus den Gründen: „Grundsätzlich hat ein durch einen Verkehrsunfall geschädigter Kraftfahrzeugeigentümer Anspruch auf Ersatz der Kosten von Sachverständigengutachten, soweit diese zu…

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RA Wolfgang Ferner

Informationen zum Verkehrsrecht, insbesondere zum Verkehrsstrafrecht und zum Recht der Ordnungwidrigkeiten: Wolfgang Ferner, Fachanwalt für Strafrecht, Koblenz-Heidelberg

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