Bewegung in Tarifstreit des öffentlichen Dienstes

Potsdam (Reuters) - Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes sind sich beide Seiten nähergekommen.

Eine Einigung zeichnete sich bei der dritten Verhandlungsrunde für rund zwei Millionen Beschäftigte bei Bund und Kommunen jedoch nicht ab.

Sowohl Bundesinnenminister Thomas de Maiziere als auch Verdi-Chef Frank Bsirske sprachen am Donnerstag in Potsdam von Bewegung in den Gesprächen. Die Tarifparteien lägen trotz Fortschritten aber noch weit auseinander, betonten beide. "Ein Schlichtungsverfahren oder eine Vertagung sind im Augenblick die wahrscheinlichsten Varianten", sagte ein Verdi-Sprecher. Auch die kommunalen Arbeitgeber äußerten sich skeptisch. "Eine Einigung ist schwierig, weil die Positionen so weit auseinander liegen", sagte eine Sprecherin.

Die dritte Verhandlungsrunde endet am Donnerstag. Die Gewerkschaften haben eine Tarifforderung im Volumen von fünf Prozent vorgelegt. Die Arbeitgeber lehnen dies ab, haben aber noch kein Angebot unterbreitet.

Sollte es zu einem Schlichtungsverfahren kommen, sind der Ex-Bürgermeister von Hannover, Herbert Schmalstieg, und der ehemalige sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt als Vermittler vorgesehen. Stimmberechtigt wäre turnusgemäß der von den Gewerkschaften bestimmte Schlichter, der Sozialdemokrat Schmalstieg.

Während der Verhandlungsrunde verzichteten die Gewerkschaften auf Warnstreiks. In den vergangenen Tagen hatten Zehntausende Beschäftigte mit Arbeitsniederlegungen ihrer Forderung Nachdruck verliehen. Bundesweit waren Kindertagesstätten, Nahverkehr, Behörden und Flughäfen betroffen. Die Tarifverträge sind im Dezember ausgelaufen.



Quelle: Reuters (11. Februar 2010)

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Themen: Hannover , Bund , Potsdam , Sprecher

Erschienen 11. Februar 2010 bei http://www.reuters.com.

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