Bewährungsstrafe für Steuersünder in Liechtenstein-Affäre
am 18.07.2008 von http://www.reuters.com
Düsseldorf (Reuters) - Im ersten Prozess um Steuerhinterziehungen über Konten in Liechtenstein hat das Bochumer Landgericht am Freitag den Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt.
Zudem muss der 66-jährige Immobilienkaufmann einen Betrag in Höhe der Steuerschuld von 7,5 Millionen Euro für wohltätige Zwecke zahlen. Damit folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der bislang unbescholtene 66-Jährige gilt damit als vorbestraft.
Da der Mann gestanden und seine Steuerschuld inklusive Solidaritätszuschlag von knapp acht Millionen Euro bereits beglichen habe, sei er mit der vergleichsweise milden Strafe davon gekommen, begründete das Gericht sein Urteil. Ihm hätte ansonsten eine Haftstrafe von fünf Jahren gedroht. Der Kaufmann aus Bad Homburg hatte eingeräumt, zwischen 2001 und 2006 elf Millionen Euro auf Liechtensteiner Konten angelegt und die Erträge daraus nicht versteuert zu haben.
TERMIN FÜR ANKLAGE GEGEN ZUMWINKEL VÖLLIG OFFEN
In der Affäre um massenhafte Steuerhinterziehung hatten die Bochumer Ermittler Mitte Februar mit ihren Razzien begonnen. Damals durchsuchten sie auch das Haus des damaligen Post-Chefs Klaus Zumwinkel, der kurz darauf seinen Hut nahm. Die Ermittlungen gegen den mehrfach ausgezeichneten Top-Manager sind indes noch nicht abgeschlossen, sagte Staatsanwalt Bernd Bienioßek. Daher sei noch völlig offen, wann gegen ihn Anklage erhoben werde. Die Ermittlungen gegen derzeit 350 Personen hätten inzwischen 110 Millionen Euro eingebracht, so Bienioßek. Zahlreiche Steuersünder hätten sich selbst angezeigt.
Ausgelöst wurde die Steuerfahndung durch die Datensammlung einer Liechtensteiner Bank, die der Bundesnachrichtendienst (BND) Regierungskreisen zufolge für 4,2 Millionen Euro gekauft hatte. Die deutschen Ermittlungen hatten auch in vielen europäischen Ländern Folgen. Der britische Fiskus hatte ebenfalls Daten über mutmaßliche Steuerhinterzieher in Liechtenstein gekauft. Die Niederlande hatten Steuersünder zu Selbstanzeigen aufgefordert. Auch die französischen Behörden prüfen Hinweise auf Steuerbetrüger, die über Liechtensteiner Stiftungen Gelder hinterzogen haben könnten.
Anklage: Zumwinkel hat 1,2 Millionen Euro Steuern hinterzogen
Reuters | Inlandsnachrichten / Düsseldorf (Reuters) - Der ehemalige Chef der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel, soll der Bochumer Staatsanwaltschaft zufolge rund 1,2 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. Die Anklage werfe dem Manager vor, in sechs Fällen zwischen 2001…
Bericht: Steueraffäre um Konten in Liechtenstein weitet sich aus
Reuters | Inlandsnachrichten / Berlin (Reuters) - Die Affäre um Steuerhinterziehung und Schwarzgeld-Konten in Liechtenstein weitet sich Medienberichten zufolge aus. Beim Landgericht Rostock lägen Belege für rund 1850 bislang unbekannte Konten deutscher Steuersü…
Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Zumwinkel
Reuters | Inlandsnachrichten / Düsseldorf (Reuters) - In der Steueraffäre um Millionen-Anlagen in Liechtenstein will die Staatsanwaltschaft Bochum den ehemaligen Post-Chef Klaus Zumwinkel vor Gericht bringen. Die Anklage ist eingereicht, sagte ein Sprecher am Freitag in…
Behörden werten Daten Hunderter mutmaßlicher Steuersünder aus
Reuters | Inlandsnachrichten / Düsseldorf (Reuters) - Hunderte deutscher Steuersünder mit Milliarden-Guthaben auf Konten in Liechtenstein müssen vor der Steuerfahndung zittern. Die Staatsanwaltschaft in Rostock hat nach eigenen Angaben in einem Erpresserprozess um…
Steinbrück: Fortschritte im Kampf gegen Steuerflucht
Reuters | Inlandsnachrichten / Berlin (Reuters) - Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sieht Fortschritte im Kampf gegen die Steuerflucht nach Liechtenstein. Vieles deutet darauf hin, dass Liechtenstein für potenzielle Steuerhinterzieher an Attraktivität verliert,…
Steuerhinterziehung: Deutschland bleibt in Drohposition
Reuters | Inlandsnachrichten / Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung behält sich im Kampf gegen Steueroasen alle Mittel bis hin zur Drohung mit einem Entzug von Banklizenzen vor. Er wolle nicht ausschließen, dass man in eine Richtung wie in den USA gehen könnte,…
Steuerhinterziehung: Deutschland bleibt in Drohposition
Reuters | Inlandsnachrichten / Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung behält sich im Kampf gegen Steueroasen alle Mittel bis hin zur Drohung mit einem Entzug von Banklizenzen vor. Er wolle nicht ausschließen, dass man in eine Richtung wie in den USA gehen könnte,…
Steinbrück sieht Fortschritte im Kampf gegen Steuerflucht
Reuters | Inlandsnachrichten / Berlin (Reuters) - Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sieht Fortschritte im Kampf gegen die Steuerflucht nach Liechtenstein. Vieles deutet darauf hin, dass Liechtenstein für potenzielle Steuerhinterzieher an Attraktivität verliert,…
