Bevorzugung von Finanzämtern in Insolvenzverfahren durch das Haushaltsbegleitgesetz 2011

Wie bereits berichtet und von vielen – allen voran die Gläubigerschutzvereinigung Deutschland e. V. (GSV) – stark kritisiert, ist die geplante Privilegierung der Finanzämter in Insolvenzverfahren nolens volens über das Haushaltsbegleitgesetz “durch die Hintertür” tatsächlich umgesetzt worden:

Das Bundeskabinett hat am 31.08.2010 den Entwurf zum Haushaltsbegleitgesetz 2011 verabschiedet. Es sind damit drei grundlegende Änderungen der InsO in Richtung Privilegierung des Steuerfiskus verbunden: Über § 14 Abs. 1 InsO soll eine frühere Eröffnung des Insolvenzverfahrens insolventer Unternehmen ermöglicht werden. Durch einen neuen § 55 Abs. 4 InsO sollen Umsatzsteuerverbindlichkeiten im Insolvenzeröffnungsverfahren bei jeder Form der Betriebsfortführung als Masseverbindlichkeiten ausgelöst werden. Und über einee Ergänzung des § 96 InsO soll die Finanzverwaltung dahingehend privilegiert werden, dass – im Unterschied zu allen übrigen Gläubigern – mit Steuerverbindlichkeiten aufrechnen kann (und etwa Anfechtungsansprüchen der Verwalter wegen noch zuletzt erfolgter Steuerzahlungen entgegen halten kann). Das Haushaltsbegleitgesetz 2011 hat am 26.10.2010 den Haushaltsaus…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches

Themen: Bundestag , Fiskusprivileg , Finanzamt Insolvenz , Haushaltsbegleitgesetz 20111

Erschienen 14. Dezember 2010 auf http://www.insolvenz-news.de.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Privilegierung der Finanzämter in Insolvenzverfahren durch das Sparpaket der Bundesregierung

Insolvenz-News und Insolvenzberatung | 28. September 2010 — Nachdem das sog. Sparpaket (Gesetzentwurf zum Haushaltsbegleitgesetz) zunächst vorsah, dass die Finanzämter wie zu Zeiten d…

ohne Insolvenzverfahren schuldenfrei

Schuldnerblog.de | 18. Februar 2010 — In der Post findet sich folgender Beschluss: “In dem Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der Frau […] wird fes…

Qualifizierter Rangrücktritt Gesellschafterdarlehen: Die Passivierung von Gesellschafterdarlehen nach dem MoMiG

Becker & Krüger | 28. April 2009 — von Diplom-Jurist Martin Wigand Mit dem Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG,…

kuhler Beschluss zu § 213 InsO

Schuldnerblog.de | 18. November 2011 — BGH, Beschluss vom 29. September 2011 - IX ZB 219/10 “Schließt der Schuldner mit allen Insolvenzgläubigern, die Forderungen z…

Wann muss der Schuldner unbezahlte Masseverbindlichkeiten “privat” bezahlen?

InsoBlog.de | 9. September 2007 — Der Fall betrifft eine Forderung aus einem Mietvertrag. Der Vertrag war vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens vom Schuldner ges…

Gläubigervergleich: frühzeitige Restschuldbefreiung aus dem Insolvenzverfahren heraus

Insolvenz-News und Insolvenzberatung | 10. Januar 2012 — Wie sich noch nicht sehr weit herumgesprochen hat, gibt es über die in der Insolvenzordnung versteckte Norm § 213 InsO einen …

Anfechtungsrechtliche Aufrechnungsverbote im Insolvenzeröffnungsverfahren

Rechtslupe | 3. April 2012 — Das aus der Anfechtbarkeit der Aufrechnungslage folgende Aufrechnungsverbot wirkt nicht im Insolvenzeröffnungsverfahren. Der …

Insolvenzmasse Steuerbeträge Feststellungskosten Verwertung: Haftungsfall?

InsoBlog.de | 11. Januar 2007 — Ein kleiner Transportunternehmer ist pleite. Der Geschäftsbetrieb war noch vom Schuldner eingestellt worden. Der Fuhrpark war a…

Gläubigervergleich: frühzeitige Restschuldbefreiung aus dem Insolvenzverfahren heraus

Insolvenz-News und Insolvenzberatung | 10. Januar 2012 — Wie sich noch nicht sehr weit herumgesprochen hat, gibt es über die in der Insolvenzordnung versteckte Norm § 213 InsO einen …

Finanzamt: denn sie wissen (nicht) was sie tun?

Red Tape | 1. März 2010 — Unternehmer geht in Insolvenz, kommt leider vor. Er teilt auch dem Finanzamt mit, dass er keine Steuererklärung fertigen kann…