Besuch bei den Toten: Obduktion

Am letzten Mittwoch hat unsere AG nun auch an einer Obduktion teilgenommen. Ich muss gestehen, ich hatte doch gehörigen Respekt vor der Situation und war mir nicht ganz sicher, ob ich es ohne Umkippen überstehen würde. Nach einer kurzen Einführung ging es dann auch schnell zur Sache und wir wurden in den Obduktionssaal geführt, wo die Todesursache eines Herrn im hohen Rentenalter bestimmt werden sollte.

Glücklicherweise war für mich nur der erste Moment, nämlich das Eintreten in den Saal und der erste Blick auf den Toten wirklich unangenehm. Nachdem ich mich dann aber mit der Situation ein wenig vertraut gemacht hatte, war die Untersuchung viel weniger schlimm, als ich es jemals vermutet hätte. Sicher, es gibt Momente während der Obduktion, die äußerst gewöhnungsbedürftig sind. Das Sägen gehört sicherlich dazu, das Herunterklappen des Gesichts und das Herausnehmen des Hirns ebenfalls. Insbesondere dann, wenn man diese Eingriffe nicht im Fernseher, sondern eben direkt am Tisch stehend miterlebt. Und trotzdem ist es so, dass man zu der Person auf dem Tisch doch die erforderliche Distanz aufbauen kann und man deshalb nicht ernsthaft betroffen ist. Nun bin ich persönlich zwar nicht der gläubigste Mensch, aber trotzdem habe ich beim Anblick eines Toten zudem im…

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Themen: Referendariat , Strafstation , Saal , Obduktion Live

Erschienen 14. Juli 2008 auf http://www.rechtseinblicke.de.

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