Beschluss der Kinderkommission des Bundestages zum Thema Kinder und Sucht
am 19.07.2005 von
Beschluss der Kinderkommission des Bundestages zum Thema Kinder und Sucht
Kinder fangen immer früher an, Suchtmittel zu konsumieren. Das ergab ein Fachgespräch der Kinderkommission mit dem Leiter der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e. V., Prof. Dr. Jobst Böning. Das Durchschnittsalter für den ersten Alkoholrausch liegt in Deutschland bei 15,5 Jahren. Je früher das Einstiegsalter für den ersten Konsum von Alkohol liegt, desto größer ist die Gefahr für junge Menschen, in eine so genannte Alkohol-Karriere einzusteigen. Gleiches gilt für Tabakkonsum: Auch wenn die Raucherquote bei den 12- bis 17-Jährigen von 28 Prozent im Jahr 2001 auf 20 Prozent im Jahr 2005 zurückgegangen ist, gibt es beim Tabak einen immer früheren Konsum. Insbesondere mehr junge Frauen und Mädchen greifen zur Zigarette.
Bei jungen Menschen ist Suchtverhalten besonders dramatisch. Sie sind vor allem aus zwei Gründen gefährdet: körperlich, weil der Organismus noch nicht ausgewachsen und besonders anfällig ist, seelisch, weil in diesem Lebensalter spezielle Anforderungen an junge Menschen gestellt werden - Umbrüche und Neuorientierungen zu bewältigen.
Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages fordert deshalb:
Die Einhaltung der Jugendschutzgesetze muss durchgehend erfolgen.
Auflagen für die Werbewirtschaft bezüglich suchterzeugender Stoffe sind notwendig.
Selbstverpflichtung der Tabakindustrie für die Aufstellung von Zigarettenautomaten in Schulnähe muss eingehalten werden.
Prävention an Schulen und Ausbildungsstätten, wie das Bekenntnis zur rauchfreien Schule, sind fortzuführen und auszubauen.
Besondere Aufmerksamkeit und besonderen Schutz brauchen Kinder aus Suchtfamilien, denn sie sind die größte Sucht-Risikogruppe überhaupt. Ihr Risiko, im Erwachsenenleben selber suchtkrank zu werden, ist vier- bis achtfach höher als bei Kindern aus nicht suchtkranken Familien.
Für Kinder suchtkranker Eltern klaffen Anspruch und …
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