Überfall in Potsdam auf Afrikaner Ermyas M. - Wer wars?
DPMS INFO | 26. April 2007 — DPMS INFO berichtete unmittelbar nach der Tat über die Festnahme zweier Männer, die im Verdacht standen, am Überfall auf auf Afrik…
Erinnern Sie sich noch an den Fall des Deutsch-Äthiopiers Ermyas M., der im vorigen Jahr einige Wochen vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft in Potsdam bei einer Auseinandersetzung an einer Bushaltestelle schwer verletzt wurde und danach wochenlang im Koma lag? Weil rechtsradikale und ausländerfeindliche Motive vermutet wurden, zog die Bundesanwaltschaft seinerzeit den Fall vorübergehend an sich und schnell waren auch zwei Tatverdächtige gefunden, die trotz vehementen Bestreitens in Untersuchungshaft genommen, entlassen, erneut verhaftet und wieder entlassen wurden. Später gab die Bundesanwaltschaft die Sache dann wieder an die Staatsanwaltschaft Potsdam zurück, weil es sich wohl doch nur um eine ganz normale Schlägerei ohne ausländerfeindlichen Hintergrund gehandelt haben dürfte und weil auch keine hinreichenden Anhaltspunkte mehr für ein versuchtes Tötungsdelikt gesehen wurden.
14 Verhandlungstage sind inzwischen vergangen. In der gestrigen Hauptverhandlung legte der Verteidiger des Hauptangeklagten, der in erster Linie aufgrund seiner hohen Fistelstimme tatverdächtig ist, dem Gericht eine CD mit einer Tonaufnahme sowie ein Foto vor, das angeblich den wahren Täter zeige. Die beiden Beweismittel seien ihm, so wird der Anwalt Matthias Schöneburg bei rp-online zitiert, am Montag zusammen mit einem anonymen Schreiben zugegangen.
Auf der CD mit dem bemerkenswerten Titel “Der Täter” sei ein rund zehnminütiges Gespräch zwischen mehreren Leuten zu vernehmen, in dessen Verlauf eine markant hohe Stimme von einem Angriff auf einen “Schwarzen” in Potsdam spreche. “Die haben nicht die Richtigen”, soll der Mann mit der hohen Stimme mehrfach gesagt haben, heiße es dazu in dem anonymen Schreiben. Und das Foto zeige einen gewissen Mario, der aus Rehbrücke bei Potsdam stamme und eine sehr helle Stimme habe. Der Vorsitzende Richter unterbrach nach Vorlage der Beweismittel die Sitzung und ordnete deren kriminaltechnische Untersuchung an.
Eines der wichtigsten Beweismittel in dem Prozess ist ein Stimmgutachten, bei dem Tonaufnahmen des Hauptangeklagten mit einer während der Tat aufgenommenen Mailboxaufzeichnung verglichen wird. Womöglich wird der Gutachter jetzt noch ein weiteres stimmenvergleichendes Gutachten erstellen müssen.
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