Berlin - Tausenden Hartz-IV-Empfängern droht ein Umzug - Hartz-IV-Empfänger können Mieten nicht zahlen- Für beinahe 600.000 Menschen
in der Stadt, die Arbeitslosengeld II erhalten, und etwa 30.000 Empfänger einer Grundrente werden die hohen Wohnkosten zun
Ein Beitrag von Helga Labenski In steigen die Mieten.
Auch am Stadtrand ist es nicht mehr leicht, eine günstige Wohnung zu finden. Nun weigern sich Jobcenter, die gestiegenen Kosten für
sozial Schwache zu übernehmen. Nun droht Tausenden Hartz-IV-Empfängern ein Umzug. Die Mieten in Berlin steigen, günstiger Wohnraum
ist knapp. Für beinahe 600.000 Menschen in der Stadt, die Arbeitslosengeld II erhalten, und etwa 30.000 Empfänger einer Grundrente
werden die hohen Wohnkosten zunehmend zur Belastung. Die übernehmen Kosten der Unterkunft nur bis zu einem vom Land festgesetzten Höchstsatz. Immer mehr
Bezieher von Leistungen nach Hartz IV und Grundsicherung müssen einen Teil der Wohnkosten selbst bezahlen oder sogar umziehen, weil
ihre über der vom Amt festgesetzten Obergrenze liegt.
Nach Angaben der Senatsverwaltung für Soziales wurden im vergangenen Jahr 20.000 Hartz-IV-Haushalte wegen zu hoher Mietkosten von den
Jobcentern aufgefordert, ihre Unterkunftskosten zu senken. In den ersten acht Monaten 2011 waren es bereits mehr als 18.000. Auch Eva
Fröba (43) lebt in einer Wohnung, die dem Jobcenter Zehlendorf nach zwei Mieterhöhungen zu teuer geworden ist. Seit neun Jahren wohnt
sie mit ihrem 18-jährigen Sohn in einem nahe der
Sundgauer Brücke. 444 Euro warm dürfte die 63 Quadratmeter große Wohnung nach den Vorgaben für die „Bedarfsgemeinschaft“ aus zwei
Personen kosten. Weil die Miete im September auf 529 Euro gestiegen ist, hat das Jobcenter Eva Fröba aufgefordert, bis zum 31. März
2012 ihre Unterkunftskosten auf den zulässigen Satz zu senken. Die 82 Euro Differenz kann Eva Fröba aus ihrem Arbeitslosengeld II
nicht aufbringen. Auch für einen sieht sie keine
Möglichkeit: „Sie finden in Berlin für 444 Euro warm keine Zwei-Zimmer-Wohnung, jedenfalls keine vernünftige“, ist sie sich sicher.
„Man hat mir im Jobcenter ins Gesicht geschleudert, ich solle nach Marzahn ziehen“, empört sich die gelernte Fachverkäuferin für
Uhren und Schmuck, die seit eineinhalb Jahren ohne Arbeit ist. Fehlende Alternativen Doch selbst wenn sich Eva Fröba zum Wegzug aus
ihrem Kiez durchringen könnte, sind günstige Unterkünfte auch am Berliner Stadtrand inzwischen nicht mehr leicht zu finden.
Preiswerten Wohnraum nach Vorgaben der Ausführungsverordnung (AV) Wohnen gäbe es eigentlich nur noch in Spandau, Reinickendorf,
Marzahn-Hellerdorf und Teilen von Lichtenberg, sagt Reiner Wild vom Berliner Mieterverein. Dort schlagen Bezirkspolitiker bereits
Alarm, weil arme Zuzügler ihre Sozialetats belasten. „Zu uns kommen sehr verzweifelte Menschen, die eine Wohnung suchen. Aber sie
finden keine, die den Kriterien entspricht“, sagt Wild. Die Behörden beanstanden zwar bei einer stetig steigenden Zahl von
Leistungsempfängern zu hohe Mietkosten. Doch die Zahl der Zwangsumzüge in Berlin stagniert, auch wegen fehlender Alternativen. 1192
Hartz-IV-Haushalte mussten im vergangen Jahr ihre Möbelkisten packen, bis August 2011 wurden 837 Bedarfsgemeinschaften zum Um…
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