Magazin: Asmussen wird Merkels G20-Verhandlungsführer
Reuters | 26. Februar 2011 — Berlin (Reuters) - Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen soll nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" neuer Ver…
Berlin (Reuters) - Der Chef-Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Jens Weidmann, trägt Regierungskreisen zufolge künftig die alleinige Verantwortung für die Vorbereitung von G8- und G20-Gipfeln.
Weidmann übernimmt damit die sogenannte Sherpa-Funktion als persönlicher Beauftragter der Kanzlerin für die Spitzentreffen der sieben führenden Industrieländer und Russlands (G8) mit, die bislang bei Wirtschaftsstaatssekretär Bernd Pfaffenbach lag. Für den Kreis der 20 wichtigsten Schwellen- und Industrieländer (G20) war Weidmann ohnehin bereits verantwortlich. Über die Kompetenzerweiterung hatte zuerst die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.
Die G20 hat im Zuge der Bekämpfung der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise die G8 als maßgebendes Koordinierungsgremium der wichtigsten Wirtschaftsmächte abgelöst. Die G8 soll nach Vorstellung von Merkel zwar weiterhin existieren, jedoch stärker eine Art Vorabstimmung zwischen den Industrieländern für die G20-Treffen übernehmen. Der 41-jährige Weidmann fungierte als Sherpa für die G20, seit die Staats- und Regierungschefs im vergangenen Jahr in diesem Format ihre Krisenbekämpfung zu koordinieren begannen. Mit der jüngsten Änderung sollen vielfältige Überschneidungen in der Arbeit der Sherpas in beiden Formaten ausgeräumt werden.
Der 63-jährige Pfaffenbach war 2004 noch unter dem damaligen Kanzler Gerhard Schröder (SPD), dessen Chef-Wirtschaftsberater er zeitweise war, zum G8-Sherpa bestellt worden. Er behielt dieses Amt auch unter CDU-Politikerin Merkel. In dieser Funktion hatte er unter anderem maßgeblichen Anteil am Erfolg des G8-Gipfels in Heiligendamm 2007. Pfaffenbach zeichnete verantwortlich für etliche Initiativen der G8 wie den sogenannten Heiligendamm-Prozess. Damit wurde eine permanente Form der engeren Zusammenarbeit der G8- Industrieländer und der wichtigsten Schwellenländer geschaffen. Außerdem war er der Autor einer Initiative für mehr Transparenz an den internationalen Ölmärkten (Jodi), mit der der Spekulation an diesen Märkten begegnet werden sollte.
Erschienen 10. Dezember 2009 bei http://www.reuters.com.
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