Maget für SPD-Doppelspitze und Steinmeier als Kanzlerkandidat
Reuters | 4. Juli 2008 — Berlin (Reuters) - Der bayerische SPD-Spitzenkandidat Franz Maget hat sich für Außenminister Frank-Walter Steinmeier als Kanzle…
Berlin (Reuters) - SPD-Parteichef Kurt Beck hält die innerparteiliche Debatte über seinen Führungsstil und die Krise der Sozialdemokraten für weitgehend ausgestanden.
In einem Interview für den TV-Sender "RTL" betonte der Parteivorsitzende am Donnerstag zugleich, dass er die Partei führen wolle und "kämpferisch nach vorne" blicke. Die Frage der Kanzlerkandidatur für die SPD werde erst nach der Landtagswahl in Bayern am 28. September zwischen ihm und Außenminister Frank-Walter Steinmeier entschieden. Er werde einen Vorschlag machen, der dann gelte. Es sei "kein Automatismus", dass Parteichef und Kanzlerkandidat ein und dieselbe Person seien. Umgekehrt gelte dies aber auch.
"MIT DER LINKSPARTEI GEHT 2009 NICHTS"
Angesprochen auf die SPD-Querelen sagte Beck: "Mir macht's auch Freude, die Auseinandersetzung zu führen. Und ich glaube, sie ist weitgehend zu Ende." Beck hatte zuletzt seine anonymen Kritiker in der Partei scharf angegriffen und Geschlossenheit gefordert. Angesichts der schlechten Umfragewerte für Beck und die SPD gilt es inzwischen als wahrscheinlicher, dass Parteivize Steinmeier Kanzlerkandidat werden könnte.
Beck räumte eigene Fehler ein. So sei "die Kommunikation hinsichtlich der neuen Auseinandersetzungsstrategie hinsichtlich der Linken nicht gerade die glücklichste" gewesen. Kurz vor der Hamburg-Wahl hatte Beck eine Zusammenarbeit zwischen SPD und der Partei Die Linke in Hessen nicht mehr ausgeschlossen. Mit dieser Kehrtwende löste er Protest beim rechten Parteiflügel aus, der eine schärfere Abgrenzung von der Linkspartei forderte. Beck betonte erneut, dass es im Bund auch nach der Bundestagswahl mit der Linkspartei keine Zusammenarbeit geben werde: "Es geht 2009 auf Bundesebene nichts."
Die Kanzlerkandidatur werde "im Herbst oder bis Ende des Jahres" entschieden, sagte Beck, "beginnend nach der Bayern-Wahl". In die Entscheidung werde auch einfließen, dass Steinmeier in Umfragen die Kanzlerkandidatur eher zugetraut wird. "Das wird alles mitzuwägen sein", sagte Beck. "Aber es spielen natürlich auch andere Gesichtspunkte eine Rolle."
Erschienen 26. Juni 2008 bei http://www.reuters.com.
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