Beamtenbund droht mit Streiks in Länder-Tarifrunde
Reuters | 30. Dezember 2008 — Berlin (Reuters) - Der Deutsche Beamtenbund droht mit Streiks in der anstehenden Tarifrunde für die rund 800.000 Angestellten d…
Köln (Reuters) - Der Deutsche Beamtenbund (DBB) besteht trotz der Wirtschaftskrise auf der Forderung nach acht Prozent mehr Entgelt für die Tarifbeschäftigten der Länder.
"Es darf jetzt nicht der Eindruck entstehen, für die Großen sei immer Geld da, nur der kleine Mann sei wieder einmal der Dumme", sagte der DBB-Bundesvorsitzende Peter Heesen am Montag in Köln. Mit Einkommenssteigerungen für Beschäftigte und Beamte ließe sich die Konjunktur ankurbeln: "Diese acht Prozent tragen mit dazu bei, aus einer Krise herauszukommen, die in der Tat schnell überwunden werden muss."
Mindestens 200 Euro mehr im Monat sollen die knapp 800 000 Beschäftigten im Landesdienst erhalten. Auszubildende sollen 120 Euro mehr verdienen, außerdem sollen alle Auszubildenden im Bereich der Länder übernommen werden. Die Lohnerhöhung würde die Länder 7,7 Milliarden Euro kosten. Die Verhandlungen sollen am 19. Januar in Berlin beginnen. Der DBB hatte bereits angekündigt, auch vor Warnstreiks nicht zurückzuschrecken.
Heesen begründete seine Forderung mit der allgemeinen Einkommensentwicklung und dem Wettbewerb um guten Nachwuchs, der in der freien Wirtschaft mehr verdienen könne. Während des wirtschaftlichen Aufschwungs habe es bei den Beschäftigten im öffentlichen Dienst Reallohnverluste gegeben. Der DBB geht davon aus, dass die Tarifergebnisse auch für die Beamten und Versorgungsempfänger umgesetzt werden. Bundesinnenminister Wolfgang Sschäuble (CDU) betonte dagegen, dass der Besoldungsbereich und der Tarifbereich nicht vereinheitlicht werden dürften. Eine wichtige Aufgabe sei zudem, die Alterssicherung "zukunftsfest" zu machen. Während der DBB fordert, dass Beamte ihre Versorgungsansprüche bei einem Wechsel in die Wirtschaft mitnehmen können, mahnte Schäuble in Köln dazu, am Grundsatz des Lebenszeitprinzips festzuhalten.
Erschienen 12. Januar 2009 bei http://www.reuters.com.
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