Seehofer will Ausstieg aus BayernLB 2010/11 forcieren
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München (Reuters) - BayernLB-Chef Michael Kemmer erwägt wieder Bonuszahlungen an die Mitarbeiter und stößt damit auf Unmut bei seinen Eigentümern aus der Politik.
"Ich verstehe die Auffassung, dass es bei staatlich gestützten Banken keine Bonifikationen geben soll. Aber auch bei Banken ist es üblich, dass ein bestimmter Teil der Vergütung leistungsabhängig ist", sagte Kemmer der "Passauer Neuen Presse" (Dienstagausgabe). "Da, wo sich Mitarbeiter reinhängen und gute Leistung bringen - und das trifft auf viele in unserem Haus zu - sollte das am Ende auch honoriert werden." Auf Dauer sei eine leistungsabhängige Vergütung wichtig für die Motivation.
Kemmers Äußerungen stießen in der schwarz-gelben Koalition in Bayern auf Unverständnis. Das Land, das 94 Prozent der Landesbank-Anteile hält, könnte den Manager jederzeit ausbremsen. Die Diskussion um Boni sei unangebracht, sagte der CSU-Politiker Ernst Weidenbusch, zugleich Vorsitzender der parlamentarischen Sonderkommission im Landtag.
Auch die FDP sprach von einem falschen Signal an die Steuerzahler. Grundsätzlich müsse sich zwar Leistung lohnen. "Aber in Zeiten der Wirtschaftskrise, wo Bürger um ihren Arbeitsplatz bangen müssen, ist eine Diskussion um Bonuszahlungen der falsche Zeitpunkt", sagte Franz Xaver Kirschner, wirtschaftspolitischer Sprecher der Bayern-FDP. Boni sollten daran gebunden sein, dass es der Bank wieder besser gehe und sie wieder Dividenden an das Land ausschütten könne.
Bayern hatte Deutschlands zweitgrößte Landesbank im Herbst mit einer Finanzspritze von zehn Milliarden Euro und weiteren Hilfen vor dem Aus bewahrt. Seitdem sind die Gehälter der Vorstände gedeckelt. Kemmer baut die Bank um und will sie so wieder auf Kurs bringen. Nach fünf Milliarden Euro Verlust 2008 hat die BayernLB im ersten Halbjahr 2009 wieder schwarze Zahlen geschrieben.
Erschienen 28. Juli 2009 bei http://www.reuters.com.
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