Bayern wählen neuen Landtag - CSU-Alleinherrschaft könnte fallen
München (Reuters) - In Bayern haben am Sonntagmorgen die Wahllokale für die mit Spannung erwartete Landtagswahl geöffnet.
Letzten Umfragen zufolge könnte die CSU nach 46 Jahren ihre Alleinherrschaft im Freistaat verlieren.
Knapp 9,3 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Um die 180 Sitze im Landtag bewerben sich mehr als 1.700
Kandidaten aus 14 Parteien. Erste Hochrechnungen werden nach Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr erwartet.
Nach den meisten, wenige Tage vor der Wahl veröffentlichten Umfragen kommt die CSU auf 47 bis 49 Prozent der Stimmen. Damit bliebe
die CSU zwar klar stärkste Kraft vor der SPD. Sollte aber die Linkspartei neben FDP und Freien Wählern als sechste Partei ins
Maximilianeum einziehen, könnte die CSU mit Parteichef Erwin Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein an der Spitze auf einen
Koalitionspartner angewiesen sein. Die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Franz Maget kommt den Umfragen zufolge auf 20 bis 25 Prozent.
Beckstein hatte zuletzt offengelassen, ob er im Amt bleiben will, wenn seine Partei das angepeilte Ziel von "50 Prozent plus X"
verpasst. Bei der letzten Landtagswahl vor fünf Jahren hatte die CSU unter dem damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber noch 60,7
Prozent der Stimmen geholt.
Quelle:
Reuters (28. September
2008)