Bauschäden: Gefangene müssen umziehen
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Er ist nur einer von immerhin tausend Auserwählten landesweit. Aber er wirkt so, als freue er sich für alle. Und deswegen spricht er schon ziemlich vertraut von seiner INA. Die soll ihm eine Stelle im Landschafts- und Gartenbau besorgen. „Da ist es schön, da kann ich Kaputtes heil machen“, schwärmt der 43-Jährige Christoph S.
Ihm war nicht immer so nach Harmonie. Die Lehre beim Kfz-Mechaniker nicht bestanden, ruschte er ins Alkoholmilieu, nahm Kokain und Heroin, handelte damit gewerbsmäßig, bekam Bewährung, werkelte in Gärten. Und schlug danach jemanden so brutal zusammen, dass er über sieben Jahre lang hinter Gitter musste.
Jetzt hofft er auf INA.
Die Integrationsplanung, Netzwerkbildung, Arbeitsmarktintegration ist ein Modellprojekt des Arbeits- mit dem Justizministerium in Nordrhein-Westfalen. Die Rückfallquote der Gefangenen soll deutlich gesenkt werden. Der Plan: Gefangene sollen in den Justizvollzugsanstalten Düsseldorf, Moers und Wuppertal vom ersten Tag begleitet werden – von je drei Praktikern, die von der Gesellschaft für Qualifizierung im Handwerk dazu ausgebildet wurden.
Die INA-Mitarbeiter dürfen in die Gefängisse und lernen erst einmal, was sie nicht mitbringen dürfen. Alle Art von Drogen nämlich, nicht einmal ein Handy. Sie müssen die komplizierten Zuständigkeiten im Knast kennen, die Sprache dort. „Der Vollzug ist für die zunächst einmal eine fremde Welt voller Sicherheit und Ordnung“, beschreibt es Gerhard Lorenz, Chef der Düsseldorfer JVA.
Aber dann erkunden sie und prüfen. Welche Neigung hat welcher Gefangener, welche Erfahrung, welche Fähigkeiten gar? Und die werden dann zwei Jahre lang intensiv gefördert. Das alles geht nicht ruckzuck. Soll aber den Drehtüreffekt unterbrechen, erklärt Gerhard Lorenz. Mit anderen Worten: Unterforderte Häftlinge landen nach ihrer Entlassung schnell wieder im Gefängnis. Angelernte und motivierte nicht.
Mehr noch: Nach einer Haftentlassung schlossen sich die Gefängnistüren bisher fast immer ohne weitere Betreuung. Das wird sich ändern. Die Gefangenen werden weiter von den Praktikern begleitet, die sie aus dem Gefägnis kennen. Und beim neuen Arbeitgeber schlichten, wenn es einmal ein Problem gibt. Gerhard Lorenz nennt so was „die neue Brücke nach draußen“. Sie soll Rückfälle vermeiden.
Das könnte sehr gut funktionieren, hofft Wolfgang Wirth, Leiter des Landeskriminologischen Dienstes. Aus 80 Prozent, die bisherige Rückfallrate für arbeitslose Gefangene, könnten 30 Prozent werden – wenn sie im Gefängnis und nach ihrer Entlassung gezielt gefördert werden.
„Die berufliche Wiedereingliederung“, attestiert Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU), „ ist ein wesentlicher Baustein für ein straffreies Leben. Darum arbeitet ein Experte mit dem Gefangenen praktisch vom ersten Tag der Inhaftierung kontinuierlich bis zu einem halben Jahr nach der Entlassung am Erfolg einer…
» Vollständiger ArtikelErschienen 1. November 2009 auf http://www.lawblog.de.
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