Alle Blogs » Bankgeheimnis bei Treuhandverhältnissen

Bankgeheimnis bei Treuhandverhältnissen

am 02.11.2006 von Blickpunkt Recht & Steuern

Nach einem jetzt veröffentlichten Urteil des Bundesfinanzhofs schließt das sogenannte Bankengeheimnis es nicht aus, einer Bank die von ihr vereinnahmten Erträge aus ausländischen Wertpapieren zuzurechnen, wenn die Bank nicht nachweist, dass sie die Papiere lediglich treuhänderisch für ihre Kunden hält.
Nach § 159 Abs. 1 AO 1977 hat derjenige, der behauptet, dass er Rechte, die auf seinen Namen lauten, oder Sachen, die er besitzt, nur als Treuhänder, Vertreter eines anderen oder Pfandgläubiger innehabe oder besitze, auf Verlangen nachzuweisen, wem die Rechte oder Sachen gehören; anderenfalls sind sie ihm regelmäßig zuzurechnen. Gegen diese Rechtsfolge hatte eine Bank, der vom Finanzamt mangels entsprechenden Nachweises Dividenden und ähnliche Erträge aus ausländischen Wertpapieren zugerechnet worden waren, u. a. eingewandt, die Zurechnung sei im Hinblick auf das sog. Bankengeheimnis in § 30a Abs. 1 AO 1977 ermessensfehlerhaft. Diese Auffassung haben das Finanzgericht und der BFH nicht geteilt.
Die Weiterleitung der Erträge auf Konten, die nicht solche der Bank selbst sind, muss nach Meinung des BFH nachvollziehbar sein. Dazu reiche allerdings auch ein anonymer Nachweis ohne Aufdeckung der Kunden aus. Sollte es technisch nicht möglich sein, den Nachweis der Treuhänderschaft ohne Nennung der Namen der Treugeber zu erbringen, entbinde dies die Bank freilich nicht von der Nachweispflicht. Dem durch § 30a Abs. 1 AO 1977 geschützten Vertrauensverhältnis …

Vorher bei Blickpunkt Recht & Steuern

» Tankstellenpacht

» Degressive Afa

» Zinsen auf 0,- €

» Advance Pricing Agreements

» Kleinbetragsrechnungen


Mehr Informationen » Ähnliche Artikel zeigen | verbergen

BFH: Bankengeheimnis entbindet nicht von Pflicht, ein Treuhandverhältnis nachzuweisen

STEUERRECHT / BFH-Urteil vom 27.09.2006 - IV R 45/04 Pressemitteilung des Bundesfinanzhofes (BFH) Nr. 59: “Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 27. September 2006 IV R 45/04 entschieden, dass das sog. Bankengeheimnis es nicht ausschließt, einer B…

Erfolgreiche Klage

Handakte WebLAWg / Da der vom Käufer eingeschaltete Treuhänder regelmäßig keine Erlaubnis nach dem Rechtsberatungsgesetz hatte, Verträge dieser Art abzuschließen, sind seine Unterschriften unter die Kontrakte Makulatur und sämtliche Verträge nichtig. Infolgedes…

Rechtsmißbrauch im Umsatzsteuerrecht

Blickpunkt Recht & Steuern / Rechtsmissbräuchliche Gestaltungen sind nach § 42 der Abgabenordnung (AO 1977) für die Besteuerung unbeachtlich. Diese nationale deutsche Regelung ist auch im harmonisierten Mehrwertsteuerrecht weiterhin anwendbar. Wie der Bundesfinanzhof in einem…

BFH: Rechtsmissbräuchliche Gestaltungen werden auch im Mehrwertsteuerrecht nicht anerkannt

STEUERRECHT / BFH-Urteil vom 09.11.2006 - V R 43/04 Dazu die Pressemeldung des Bundesfinanzhofs (BFH) Nr. 76:  “Rechtsmissbräuchliche Gestaltungen sind nach § 42 der Abgabenordnung (AO 1977) für die Besteuerung unbeachtlich. Diese nationale deu…

Telekom AG: Finanzamt forscht bei Banken in Kundendepots – Finanzgericht gibt dazu seinen Segen

KAPITAL-RECHTINFO / Bankgeheimnis löchriger als Schweizer Käse. So kann man die Entscheidung des Finanzgerichts Stuttgart aus dem Mai 2007 in einem Satz zusammen fassen. Natürlich haben es weder Banken noch deren Kunden gern, wenn sich Steuerfahndungsstellen der Fi…

AG Wiesloch: Zur Haftung der Bank für den Schaden des Phishing-Opfers - Soweit der Bankkunde seinen Computer im Rahmen des Online-Banking entsprechend durchschnittlichen Sorgfaltsanforderungen betreibt, haftet die Bank grundsätzlich für diesem

MEDIEN INTERNET und RECHT / 1. Ohne ein wirksames Angebot des Kunden auf Abschluss eines Überweisungsvertrages kann das Konto des Bankkunden nicht belastet werden, da es an einer Weisung fehlt. Das Fälschungsrisiko des Überweisungsauftrages trägt hierbei die Bank. 2. Im…

Vorbehalt der Nachprüfung im Einspruchsverfahren

Blickpunkt Recht & Steuern / Die Verwertung von Prüfungsfeststellungen, die ohne wirksame Prüfungsanordnung getroffen worden sind, ist nach Ansicht des Bundesfinanzhofs nicht generell unzulässig. Das gilt jedenfalls dann, wenn die Feststellungen im Rahmen eines erstmaligen St…

Bank darf Schufa über Mahnbescheid informieren

ElbeBlawg / Wenn gegen einen Bankkunden ein Mahnbescheid beantragt wurde, darf die Bank dies der Kredit-Auskunftei Schufa mitteilen. Das berichtet die „Monatsschrift für Deutsches Recht“ unter Berufung auf ein Urteil des Saarländischen Obe…

BVerwG 8 C 16.05 - Urteil

Bundesverwaltungsgericht / Berechtigteneigenschaft; Treuhänder; Eigentum, wirtschaftliches; Übergang der treuhänderisch übertragenen Rechtsposition.…

» Suche in den JuraBlogs

Der Autor und sein Blog

RA Udo Meisen

Eine Vielzahl juristischer Informationen zum Thema Recht & Steuern

» Blickpunkt Recht & Steuern

» Aktuell in den Lawblogs

» Top-Meldungen

» TOP-Meldungen per E-Mail

Infos zum kostenlosen Service »