BAG zur Übertragung von Urlaubsansprüchen

Mit Urteil vom 9.8.2011 hat das BAG [Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 9. August 2011 - 9 AZR 425/10] entschieden, dass gemäß § 7 Abs. 3 Satz 1 BUrlG der Erholungsurlaub im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden muss und eine Übertragung des Urlaubs auf das nächste Kalenderjahr nach § 7 Abs. 3 Satz 2 BUrlG nur statthaft sei, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen. Im Fall der Übertragung muss der Urlaub in den ersten drei Monaten des folgenden Kalenderjahrs gewährt und genommen werden (§ 7 Abs. 3 Satz 3 BUrlG).Offen geblieben ist nach dieser Entscheidung die Frage, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang Arbeitnehmer Urlaubsansprüche über mehrere Jahre ansammeln können.

Die Parteien verbindet seit 1991 ein Arbeitsverhältnis. Der jährliche Urlaubsanspruch des Klägers beträgt 30 Arbeitstage. Der Kläger war im Zeitraum vom 11. Januar 2005 bis zum 6. Juni 2008 durchgehend arbeitsunfähig erkrankt und nahm danach die Arbeit wieder auf. Im weiteren Verlauf des Jahres 2008 gewährte die Beklagte dem Kläger an 30 Arbeitstagen Urlaub. Der Kläger begehrt die gerichtliche Feststellung, dass ihm gegen die Beklagte ein aus den Jahren 2005 bis 2007 resultierender Anspruch auf 90 Arbeitstage Urlaub zusteht.

Die Klage hatte vor dem Neunten Senat – ebenso wie schon in den Vorinstanzen – keinen Erfolg. Der von dem Kläger erhobene Urlaubsanspruch ging spätestens mit Ablauf des 31. Dezember 2008 unter. Mangels abweichender einzel- oder tarifvertraglicher Regelungen verfällt der am Ende des Urlaubsjahrs nicht genommene Urlaub, sofern kein Übertragungsgrund nach § 7 Abs. 3 BUrlG vorliegt. Dies ist jedenfalls in den Fällen anzunehmen, in denen der Arbeitnehmer nicht aus von ihm nicht zu vertretenden Gründen, etwa aufgrund vo…

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Themen: Rechtsprechung , Urteil , Bundesarbeitsgericht , Bag , Tarifvertrag , Arbeitsvertrag , Urlaub , Vertrag , Krankheit , Erkrankung , Arbeitsverhältnis , Arbeitsunfähigkeit , Urlaubsanspruch , Arbeitsunfähig , Urlaubsrecht , Erholungsurlaub , Vertragsinhalt , Vertragliche Regelung , Übertragungsgrund , § 7 Abs. 3 Satz 1 Burlg , § 7 Abs. 3 Satz 2 Burlg , § 7 Abs. 3 Satz 3 Burlg , Dringende Betriebliche Gründe , Dringende IN Der Person Des Arbeitnehmers Liegende Gründe , Kalenderjahr , Tarifvertragliche Regelung , Urlaubnahme , Urteil Vom 18. Mai 2010 - 12 SA 38/10 , Urteil Vom 9. August 2011 - 9 Azr 425/10 , Vorinstanz: Landesarbeitsgericht Köln

Erschienen 15. August 2011 auf http://jusatpublicum.wordpress.com.

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