BAC InfraTrust Fonds: Management geht Anlegern an den Geldbeutel

Mehr als 2.400 Anleger des Berliner Emissionshauses BAC Berlin Atlantic Capital haben über verschiedene Fondsgesellschaften rund 80 Millionen US-Dollar in Mobilfunkmasten in den USA investiert. Dies sind unter anderem: InfraTrust Zwei GmbH & Co. KG (IT2) InfraTrust Fünf GmbH & Co. KG (IT5) BAC InfraTrust Sechs GmbH & Co. KG (IT6) BAC InfraTrust Premium Sieben GmbH & Co. KG (ITP7) BAC InfraTrust Acht GmbH & Co. KG (IT8) BAC InfraTrust Premium Neun GmbH & Co. KG (ITP9) In außerordentlichen Gesellschafterversammlungen der einzelnen InfraTrust Fonds, die kurzfristig für den 14. und 15. November anberaumt wurden, sollen die Anleger über einen Vorschlag der BAC entscheiden. Geplant ist, die Vermögenswerte der Fonds auf eine US-amerikanische Aktiengesellschaft, die CGI Wireless Inc. (bisher Cyber Supply Inc.) zu übertragen. Die Fonds sollen im Gegenzug stimmrechtslose Vorzugsaktien des Unternehmens erhalten, die sie im Wege der Liquidation dann an die Anleger weitergeben sollen. Begründet wird der Vorschlag des Managements damit, BAC werde mit unlauteren Mitteln attackiert und verleumdet. Doch die Hintergründe der Aktion wecken erhebliche Zweifel an der Seriosität des Angebots. Der Vorschlag hat es nach Auffassung des Heidelberger Rechtsanwalts Michael Minderjahn in sich: „Nachdem sich schon die Anleger der BAC LifeTrust-Fonds mit dem Gedanken an den Totalverlust ihrer Investition abfinden müssen, habe ich den Eindruck, dass die BAC hier eine Trojanisches Pferd präsentiert, um die Interessen der Anleger auszuhebeln.“ Hintergrund sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin, die wegen des Verdachts des Kapitalanlagebetrugs und der Untreue im Zusammenhang mit den wirtschaftlich gescheiterten BAC LifeTrust Fonds gegen Verantwortliche des Emissionshauses ermittelt, unter anderem auch gegen den zuständigen Geschäftsführer Nikolaus Weil. Unlängst wurde in den Geschäftsräumen der BAC eine Razzia durchgeführt und zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt. Diese Vorgänge würden, wie es im Einladungsschreiben zu den Gesellschafterversammlungen der BAC InfraTrust-Fonds heißt, zu einer Verunsicherung führen, die, auch wenn sie faktisch unbegründet sei, emotional weiterbestehen könne. Daher sei beabsichtigt, die Investition der Fondsanleger so aufzustellen, dass diese sich völlig unabhängig von der BAC entwickeln könne. Für den Heidelberger Anwalt Michael Minderjahn erscheint dies wenig glaubhaft: „Um eine von BAC unabhängige Entwicklung zu ermöglichen würde es völlig ausreichen, die Geschäftsführung der Fonds auf eine andere Gesellschaft zu übertragen. Keinesfalls sei es dazu erforderlich, gleich sämtliches Vermögen zu veräußern.“ Gerüchten zufolge soll die vorgeschlagene, von BAC unabhängige Entwicklung tatsächlich nicht bedeuten, dass die BAC-Gründer Nikolaus Weil und Stefan Beiten nichts mehr damit zu tun hätten. Jedenfalls hätte es den Beteiligten gut angestanden, hier klar „Ross und Reiter zu benennen“, was aber nicht erfolgt ist. Für Mind…

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Themen: Kurzfristig , Nikolaus , Staatsanwaltschaft Berlin , Liquidation

Erschienen 7. November 2011 auf http://bankundkapitalmarktrecht.twoday.net/.

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