Autokauf: Dieselauto mit Partikelfilter: Wegen Verstopfung mangelhaft

Ein mit einem Partikelfilter ausgerüstetes Dieselfahrzeug hat einen Sachmangel, wenn es wegen des in bestimmten Abständen nötigen “Freibrennens” des Filters bei konstant höherer Geschwindigkeit (Regenerieren) für einen überwiegenden Einsatz im Kurzstreckenverkehr ungeeignet ist.

Das musste sich ein Kfz-Händler in einen Rechtsstreit vor dem Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart sagen lassen. Er hatte einem Käufer einen neuen Opel Zafira 1.9 CTDI mit Rußpartikelfilter verkauft. Schon kurz nach Auslieferung kam es wegen einer Verstopfung des Filters zu Störungen. Während der Käufer darin einen Gewährleistungsfall sah, berief sich der Händler auf den Stand der Technik. Mit einem “Freibrennen” in bestimmten Intervallen bei Einhaltung einer bestimmten Mindestgeschwindigkeit über mehrere Minuten sei das Problem gelöst. Dies werde zudem in der Bedienungsanleitung erläutert.

Das LG Ellwangen hat der Rückabwicklungsklage ohne Beweisaufnahme stattgegeben. Das OLG hat die Entscheidung bestätigt und einen zum Rücktritt berechtigenden Sachmangel bejaht. Der Wagen sei nicht von der üblichen und vom Käufer zu erwartenden Beschaffenheit. Prüfmaßstab sei nicht der Stand der Technik bei Opel, auch nicht derjenige von anderen Dieselfabrikaten mit dem gleichen Problem. Abzustellen sei vielmehr darauf, inwieweit Dieselfahrzeuge generell für einen überwiegenden Kurzstreckenbetrieb geeignet seien.

Danach könne nicht zweifelhaft sein, dass ein durchschnittlicher Verbraucher ohne weitere Hinweise von Hersteller oder Händler davon ausgehen könne, dass ein Fahrzeug mit Dieselmotor - so wie ein Benziner ode…

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Themen: Stuttgart , Autokauf , Partikelfilter Opel Zafira

Erschienen 9. Oktober 2008 auf http://www.ferner-alsdorf.de.

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Kommentare zu "Autokauf: Dieselauto mit Partikelfilter: Wegen Verstopfung mangelhaft":

9. Februar 2009 von Peter Schmitt — Ich habe die gleiche Erfahrung und quäle mich seit 2 Jahren mit diesem Diesel Zafira. Am Anfang war ich fast wöchentlich in der Werkstatt (Ausbrennen, Softwaretausch, Abgasrückführventil etc.) Nun schaue ich vor dem Abstellen auf die Spritverbrauchsanzeige und muß oft ca. 10 Minuten warten bis der Rußfilter ausgebrannt ist. Selbst bei Fahrten über 100km brennt er nicht aus, aber bei anschließenden Kurzstrecken fällt diese Wartezeit an. Ich frage mich ob dies wirklich deutsche Ingenieure entwickelt haben. Meine Frau verzweifelt mit diesem Auto so dass wir es schnellst möglich loswerden wollen. Von dem Verkäufer hörten wir kein Wort, dass dieses Auto nur für Langstecken geeignet ist. Mich würde interessieren ob ich bei einer Garantie von 3 Jahren diesen Karren nach 2 Jahren an den Händler zurückgeben kann.
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