Außenhandelskammern erwarten 2009 schwächere Exportdynamik

Berlin (Reuters) - Die deutschen Exporte werden einer DIHK-Umfrage zufolge im kommenden Jahr etwas an Schwung verlieren.

Nach sieben Prozent in diesem Jahr würden die Exporte 2009 noch um sechs Prozent zulegen, ergab eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage unter allen Außenhandelskammern in 80 Ländern. Vor allem wegen der hohen Energie- und Rohstoffpreise würden die Importe 2009 um 6,5 Prozent zulegen nach 7,5 Prozent im laufenden Jahr. Wichtigster Abnehmer deutscher Ausfuhren bleibt Frankreich. Die USA werden dagegen wegen ihrer Wirtschaftskrise den zweiten Rang an Großbritannien verlieren.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) befragt seit 1982 regelmäßig die Außenhandelskammern, die sich auf eine Marktbeobachtung vor Ort stützen können. Den Zuwachs des Welthandels sehen die Experten 2008 bei 6,3 Prozent und 2009 bei 6,6 Prozent. Trifft die Erwartung des DIHK ein, würde Deutschlands Anteil am Welthandel etwa konstant bleiben.

In absoluten Werten gehen die Auslandshandelskammern von Ausfuhren in Höhe von 1,08 Billionen Euro für das Jahr 2009 aus. Für 2008 werden 1,02 Billionen Euro prognostiziert. Die mit Abstand bedeutendsten Märkte für deutsche Unternehmen befinden sich nach wie vor in den Ländern der Europäischen Union: Rund 66 Prozent aller Exporte gehen in die 26 EU-Staaten. Die Ausfuhren nach Frankreich werden 2009 voraussichtlich erstmals die Marke von 100 Milliarden Euro durchbrechen.

Der Umfrage zufolge werden die Exporte in die neuen EU-Länder 2009 mit rund 14 Prozent weit überdurchschnittlich wachsen: Die höchsten Exportzuwächse verzeichnen dabei Rumänien (plus 40 Prozent), Bulgarien (plus 15 Prozent) und Polen (plus 15 Prozent). Bereits 2008 wird es Polen gelingen, auf Platz Neun der wichtigsten Ausfuhrländer vorzurücken. Die Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China haben ebenfalls wachsende Bedeutung - nach AHK-Schätzungen werden die Ausfuhren dorthin 2009 über 14 Prozent liegen. Allerdings kann nur Russland unter die Top-Ten der wichtigsten deutschen Exportmärkte vorstoßen.

Bei den Importen wird der bisherige Spitzenreiter Frankreich voraussichtlich schon in diesem Jahr seinen ersten Platz an die Niederlande abgeben - auch wegen der Preisdynamik bei Erdgas als einem wichtigen niederländischen Exportgut. China wird 2009 voraussichtlich zum zweitwichtigsten Einfuhrland aufsteigen und Frankreich auf den dritten Platz verdrängen.



Quelle: Reuters (29. Juli 2008)

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Erschienen 29. Juli 2008 bei http://www.reuters.com.

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