Ausschluss von Torsten Frings grob unsportlich
am 04.07.2006 von RA-Blog
Gefunden in der Handakte: Die FAZ bringt die Vorgänge und die Sperrung von Torsten Frings für das heutige Halbfinale auf den Punkt.
Die Fifa hat sich bis auf die Knochen blamiert. Nicht die Entscheidung, Torsten Frings für das Halbfinale gegen Italien zu sperren und mit einer Geldstrafe von 5000 Schweizer Franken zu belegen, wirft ein schlechtes Licht auf die Herren des Fußballs, obwohl durchaus darüber diskutiert werden kann, ob die Strafe verhältnismäßig ist. Viel peinlicher für den Weltfußballverband ist der Ablauf, der dem Urteil vorausging.
Die Handreiflichkeiten, die am Freitag nach dem Elfmeterschießen der Viertelfinales zwischen Argentinien und Deutschland im Berliner Olympiastadion stattgefunden hatten, waren von 25 Kameras festgehalten worden. Statt sofort die Aufzeichnungen anzufordern und die Angelegenheit zu untersuchen, handelte die Disziplinarkommission zunächst nicht. Erst am Sonntag sah ein Fifa-Funktionär zufällig im Fernsehen, wie in dem Gerangel Frings dem Argentinier Cruz “durchs Gesicht wischte”. Der Funktionär informierte die Disziplinarkommission und das abgeschlossene Verfahren wurde wieder eröffnet.
Dass sich neben dem mit Rot bestraften Cufre, der Mertesacker mit dem Stollen vor’s Bein oder in den Unterleib getreten hatte, und Maxi Rodriguez, gegen den noch ermittelt wird, weil er Schweinsteiger auf den Kopf gehauen hat, viele weitere argentinische Spieler grob unsportliches Verhalten an den Tag gelegt haben, wie zum Beispiel Heinze, der den deutschen Teammanager Oliver Bierhoff “an den Kragen” wollte, wurde von der Fifa großzügig übersehen. Von wem der Tumult ausging, blieb unberücksichtigt.
Eine Beweisaufnahme nach dem Zufallsprinzip und nicht erkennbare Bewertungsgrundlagen widersprechen jedem Rechtsempfinden.
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