LG Mannheim: Auskunftsansprüche per einstweiliger Verfügung durchsetzbar?
Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 14. Mai 2010 — LG Mannheim, Beschluss vom 02.02.2010, Az. 2 O 102/09 § 19 Abs. 7 MarkenG Das LG Mannheim hatte sich in dieser Entschei…
Eigener Leitsatz:
Die Durchsetzung von Auskunftsansprüchen im Wege der einstweiligen Verfügung kommt nur bei einer offensichtlichen Rechtsverletzung im Sinne von § 19 Abs. 7 MarkenG in Betracht. Sinn und Zweck sei die Gefahr einer nachträglichen Aufhebung der einstweiligen Verfügung möglichst gering zu halten. Eine offensichtliche Rechtsverletzung liegt nur dann vor, wenn eine Fehlbeurteilung des Streitstoffs sowohl bei einer rechtlichen, als auch der tatsächlichen Beurteilung mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Dies ist bereits zu verneinen, wenn konkrete anspruchsbegründende Tatsachen bestritten sind und zur Glaubhaftmachung auf Mittel zurückgegriffen werden muss, deren Beweiswert erst nach ihrer Würdigung durch das Gericht beurteilt werden kann, insoweit nicht das Ergebnis zwingend für den Antragsteller spricht.Landgericht Mannheim
Beschluss vom 02.02.2010
Az.: 2 O 102/09
Tenor: 1. Die Gerichtsgebühren sowie die vor der mündlichen Verhandlung am 22.12.2009 angefallenen außergerichtlichen Kosten (rechtsanwaltliche Verfahrensgebühr nebst Auslagenpauschale, Reisekosten) tragen die Verfügungsklägerin zu ¼ und der Verfügungsbeklagte zu ¾. Die anschließend angefallenen außergerichtlichen Kosten (rechtsanwaltliche Terminsgebühren) trägt die Verfügungsklägerin. 2. Die Streitwertfestsetzung vom 27.05.2009 wird dahingehend abgeändert, dass der Streitwert festgesetzt wird auf - 60.000 EUR für den Zeitraum vor der mündlichen Verhandlung am 22.12.2009, - 15.000 EUR für den anschließenden Zeitraum.Entscheidungsgründe: I.
Die Verfügungsklägerin (nachfolgend: Klägerin) hat gegen den Verfügungsbeklagten (nachfolgend: Beklagter) die mit Beschluss der Kammer vom 27.05.2009 (ABl. 25 f.) erlassene einstweilige Verfügung erwirkt, mit welcher der Beklagte zur Unterlassung und Auskunftserteilung verpflichtet worden ist wie folgt: 1. Dem Antragsgegner wird bei Meidung eines vom Gericht für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Ordnungsgeldes, und für den Fall, dass dieses nicht beigetrieben werden kann, einer Ordnungshaft oder einer Ordnungshaft bis zu sechs Monaten (Ordnungsgeld im Einzelfall höchstens 250.000,00 EUR, Ordnungshaft insgesamt höchstens zwei Jahre) verboten im geschäftlichen Verkehr in der Bundesrepublik Deutschland Schuhwaren, insbesondere Damenschuhe, die mit dem nachstehend wiedergegebenen Dekor (in allen Farben und/oder Farbkombinationen) versehen sind, anzubieten, zu vertreiben und/oder in sonstiger Weise in den Verkehr zu bringen: (Graphik) 2. Dem Antragsgegner wird geboten, der Antragstellerin im Zusammenhang mit sämtlichen von ihm angebotenen, vertriebenen und/oder in sonstiger Weise in den Verkehr gebrachten Waren gem. Ziff. 1 unter Vorlage von Rechnungen und Lieferscheinen unverzüglich Auskunft über Namen und Anschrift des Lieferanten und anderer Vorbesitzer zu ertei… » Vollständiger ArtikelErschienen 10. August 2011 auf http://www.kanzlei.biz/.
Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 14. Mai 2010 — LG Mannheim, Beschluss vom 02.02.2010, Az. 2 O 102/09 § 19 Abs. 7 MarkenG Das LG Mannheim hatte sich in dieser Entschei…
IT-Prozessrecht | 30. Juni 2010 — Missbrächliche Mehrfachverfolgung – OLG München, Urteil vom 17.01.2008, Az.: 6 U 1880/07 Das OLG München hatte sich…
Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 16. Februar 2010 — LG Hamburg, Urteil vom 19.05.2009; Az. 312 O 243/09 §§ 3; 7; 19 Abs. 1 MarkenG Das LG Hamburg hat darauf hingewiesen, dass …
MEDIEN INTERNET und RECHT | 9. September 2009 — 1. Für die Rechtsverletzung im Rahmen des (Dritt-) Auskunftsanspruches nach § 101 Abs. 2 Nr. 1 bis Nr. 4 UrhG ist ein gewerbliches…
Die herrschende Meinung | 27. März 2010 — (pm) Der unter anderem für das Wettbewerbsrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass ein H…
Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 20. Januar 2009 — LG Frankfurt a.M., Beschluss vom 20.09.2008, Az. 2-03 O 498/08 §§ 14, 19 Abs. 7 MarkenG, 3, 32, 91, 890, 935 ff. ZPO Das LG…
Blog für Gewerblichen Rechtsschutz | 16. Januar 2011 — Im Rahmen einer festgestellten Verletzung immaterieller Schutzgüter kann im Rahmen der Abmahnung nicht nur der Unterlassungsa…
MEDIEN INTERNET und RECHT | 25. Februar 2011 — 1. Das Erfordernis der Offensichtlichkeit im Sinne von § 101 Abs. 2 UrhG bezieht sich neben der Rechtsverletzung auch auf die Zuor…
Rechtslupe | 11. Dezember 2008 — Vertraglich begr??ndete Kirchenbaulasten der ehemaligen Gemeinden in der sp??teren DDR sind nicht auf die nach der Wende errich…
Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 16. November 2009 — LG Hamburg, Beschluss vom 30.06.2009, Az. 308 O 315/09 §§ 97, 85, 19a UrhG Das LG Hamburg hat im Rahmen einer einstweiligen…