Augen sind keine Kameras
am 12.06.2008 von http://www.datenschutzbeauftragter-online.de
In letzter Zeit finde ich immer häufiger Vergleiche dieser Art in Diskussionen vor:
Du gehst ja auch sonst auf die Strasse - ob dich nun ein Passant beobachtet (was dich nie störte) oder eine Kamera, das macht nun keinen Unterschied.
Ich denke, man sollte dem Argument Respekt zollen und es analysieren. Natürlich widerspreche ich dem, doch habe ich etwas mehr zu bieten als nur “Unsinn”. Und ich hoffe, damit wieder für ein bisschen Diskussion und Nachdenken zu sorgen.
In der Tat wird man, wenn man unterwegs ist, von anderen Menschen beobachtet. Eventuell sieht man sogar jeden morgen in der Straßenbahn den gleichen anderen Mitfahrer, der irgendwann genau weiß, wo man einsteigt und bis wo man fährt, evt. sogar wo man arbeitet und wie man heißt. Verbieten kann und will ich sowas nicht - warum auch? Das ist zwischenmenschlicher Alltag.
Kameras aber sind das nicht, denn Augen haben wir nun mal von Geburt an im Kopf, Kameras nicht. Wir beobachten uns alle untereinander, wenn wir uns sehen, aber eben nicht mit Kameras - und den damit verbundenen Möglichkeiten.
Das wichtigste bei Kameras ist die Möglichkeit der Speicherung: Lückenlos kann das gesamte äußere Verhalten einer Person festgehalten und nachvollzogen werden. Die Tatsache, dass es nicht immer getan wird, verdeutlicht nur das Problem - denn man selber weiß nicht, ob da nun eine Speicherung stattfindet. Und falls ja, weiß man nicht, wie lange gespeichert wird, wer Zugriff hat und was man damit tut.
Anders als bei einer Person die mich beobachtet, bei der ich im Regelfall sogar sehe ob …
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