Es war leider kein Schnäppchen
RECHTaktuell | 8. Januar 2009 — ..was der stolze Wohnungskäufer da gemacht hatte. Der Preis für das Objekt lag nämlich doppelt so hoch wie der eigentliche Verk…
Die finanzierende Bank muss einen Immobilienkäufer unter Umständen darauf hinweisen, wenn das zu finanzierende Objekt in sittenwidriger Weise überteuert ist. Das hat der BGH (Urteil vom 29.04.2008, Aktenzeichen XI ZR 221/07) entschieden:
a) Grundsätzlich ist eine kreditgebende Bank unter dem rechtlichen Gesichtspunkt eines Wissensvorsprungs nur dann verpflichtet, den Kreditnehmer bei Kreditvergabe über die sittenwidrige Überteuerung der zu finanzierenden Eigentumswohnung aufzuklären, wenn sie positive Kenntnis davon hat, dass der Kaufpreis knapp doppelt so hoch ist wie der Verkehrswert der Wohnung.
b) Ausnahmsweise steht die bloße Erkennbarkeit der positiven Kenntnis dann gleich, wenn sich die sittenwidrige Überteuerung einem zuständigen Bankmitarbeiter nach den Umständen des Einzelfalls aufdrängen musste; er ist dann nach Treu und Glauben nicht berechtigt, seine Augen davor zu verschließen.
Im entschiedenen Fall ging es um eine 1993 erworbene Eigentumswohnung, gekauft für 129.250 DM = 66.084 Euro, die im Februar 2004 in der Zwangsversteigerung für 24.500 Euro verkauft wurde.
Das Berufungsgericht hat rechtsfehlerfrei angenommen, dass der Beklagten alle wertbildenden Faktoren der Wohnung bekannt waren und sich ihr deshalb die sittenwidrige Überteuerung der Wohnung aufgedrängt hat. Die Beklagte kannte den Kaufpreis und war als überregional tätige Bank mit den Markt- und Preisverhältnissen auf dem Immobilienmarkt in D. vertraut. Sie kannte aufgrund des ihr vorliegenden Prospekts Alter, schlechte Lage und Ausstattung der Wohnung. Ihr war, wie sich ihrem Schreiben vom 2. September 1993 entnehmen lässt, bewusst, dass ein unzureichender Renovierungszustand, mit dem sie ernsthaft rechnete, den Wert negativ beeinflusst. Ihr nachträgliches ungewöhnliches Verlangen nach einer unüblich hohen fünfprozentigen…
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