Aufgedrängte Solidarität

Roland Reuß führt bekanntlich einen rechtschaffen polemischen Feldzug gegen Open Access (...jurabilis! berichtete bereits von der Debatte in der FAZ). Auf dieser Website sind einige Beiträge zum Thema versammelt. Bei der Lektüre der Rückantwort auf Gudrun Gersmanns Replik fällt auf, dass Reuß - wie auch schon in seinem Artikel zu GoogleBooks - die Autoren durch aufgedrängte Solidarität in die Phalanx der Open-Access-Verweigerer zwangseinreihen möchte: Und vor allem sollten endlich einmal Zahlen auf den Tisch. Es wird immer wieder behauptet, die Wissenschaftler seien so happy, unter Open Access-Bedingungen zu publizieren, um, ja, o: ›sichtbar‹ zu werden. Das ist eine reine Behauptung ohne jede Unterfütterung durch Empirie, der ich locker meine Erfahrung im Umgang mit Kollegen entgegensetze. Niemand, der das Open Access-Modell in seinen Folgen für die wissenschaftliche Freiheit durchdacht hat, kann mit den vorgezeichneten Konsequenzen für seine Publikationsfreiheit auch nur ansatzweise sympathisieren – von den Personen abgesehen (quelle surprise), die im Rahmen von Open Access-Projekten Gelder von der DFG bekamen. Das ist durchschaubar und selbst als rhetorischer Winkelzug zum Scheitern verurteilt. Wissenschaftliche Autoren sind alles andere als glücklich darüber, einem Verlag nicht nur hochwertige Inhalte, sondern auch noch Formatierungsleistungen und viele andere ursprünglich genuine Verlagsleistungen vor die Haustüre zu tragen, gl…

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Themen: Lesetipp , Freiheit , Open Access , Roland , Wissenschaft , Politik , Netzgeflyster

Erschienen 20. März 2009 auf http://www.jurabilis.de.

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