Auf dem ECR-Tag
Ich bin zur Zeit auf dem ECR-Tag in München. ECR steht für "Efficient Consumer Response" uns besagt im grossen und ganzen, dass der Supermarkt schonmal mit einander reden, bevor das Regal voll ist. Zusammenarbeit und Kooperation, um den Kunden besser zu dienen und Reibungsverluste zu vermeiden. Ganz viel EDIFACT, RFID und all sowas sind Themen. Insgesamt scheine ich aber nicht die Zielgruppe zu sein. Von den 1200 tragen ausser mir etwa 3 andere Männer keine Krawatte. Ich scheine der einzige Besucher zu sein, der sein Notebook nicht nur mit sich herumträgt, sondern auch 'mal aufklappt. Auch scheint die Form der Wissensvermittlung nicht optimal auf mich als Rezipienten abgestimmt zu sein. Die meisten Sprecher lesen ab, werden durch Musik- und Licht Getöse angekündigt, verbrauchen erstmal ganz erhebliche Zeit (20-100 %) mit der Vorstellung ihres Unternehmens und ihrer eignen Organisation. Andererseits scheinen die Vortragenden wohl auch sehr leiden zu müssen. Angeblich wurden sie gezwungen, Ihren Vortrag mit einem "Coach" im Vorfeld zwei mal zu "üben". Ufz! Viele Vorträge leiden auch darunter, das die vortragen erzählen, was sie machen, aber nicht wie. Damit scheint auch der Großteil des Publikums sehr zufrieden zu sein. Aber ich besorge mir solche Informationen der Regel lieber aus anderen Quellen mit höherer Informationsdichte - denn über das was findet man oft ganz gut Informationen. Das wie fände ich Interessanter. Vermutlich bin ich da halt nicht genug "Denker und Lenker" (Eigenwerbung ECR-Tag) sondern habe da mehr einen Hands-On-Ansatz. Etwas bizarr ist auch, dass die Fragen immer erst nach einem ganzen Track gestellt werden können. Daher, wenn man denn eine Frage an einen Referenten hat muss man sich die Frage schlimmstenfalls drei Stunden merken, bis man sie stellen kann. Aber selbst, wenn die Informationsvermittlung in den meisten Vorträgen weit hinter meinen Erwartungen zurück blieb gab es natürlich viel zu lernen. Mein persönliches Highlight war der Vortrag von Lekkerland. Das Unternehmen hat die Versorgung von Tankstellen und Kiosken fest im Griff, kein anderer Großhändler kann kann sich auch nur annähernd mit Lekkerland mithalten. Die zunehmende Hinwendung zu "Convenience-Produkten" d.h. alles von der fertigen Salatsoße bis zum Mikrowellen Burger, hab ich immer bisher …
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