Atomstreit mit Iran - Deutsche Wirtschaft reagiert

Berlin/Teheran/Washington (Reuters) - Der Ruf nach schärferen Sanktionen gegen den Iran findet auch in der deutschen Wirtschaft Widerhall.

Nach Siemens und zwei großen deutschen Versicherern befindet sich nun auch Daimler auf dem Rückzug aus der Islamischen Republik. Der Autobauer will sich von einer Beteiligung an einem iranischen Motorenhersteller trennen und bis auf weiteres keine zivilen Lastwagen mehr in den Iran liefern. Zu Jahresbeginn stellten vor dem Hintergrund des Atomstreits schon die Allianz und Münchener Rück ihre Versicherungsaktivitäten in dem Land am Golf ein. Siemens nimmt keine Aufträge aus dem Iran mehr an.

US-Präsident Barack Obama sprach sich nach dem Atomgipfel in Washington für rasche und mutige Sanktionen gegen den Iran aus. Er wolle darüber nicht monatelang verhandeln. Seinem chinesischen Kollegen Hu Jintao habe er gesagt, dass es für den Iran Konsequenzen geben müsse, sagte Obama. Die Länder des Westens benötigen für eine vierte Sanktionsrunde gegen den Iran die Unterstützung Chinas und Russlands, weil die beiden Staaten mit ihrem Veto im UN-Sicherheitsrat solche Strafmaßnahmen verhindern können. Nach US-Angaben sicherte China in Washington zu, bei der Ausarbeitung einer vierten Sanktionsrunde mitzuarbeiten. Dennoch beharrt die Volksrepublik auf einem diplomatischen Ansatz zur Lösung des Konflikts.

Der Iran zeigte sich angesichts der drohenden Strafmaßnahmen gelassen. "Wir sind an Sanktionen gewöhnt und Sanktionen haben keine Auswirkungen auf unsere Ölindustrie", zitierte die Nachrichtenagentur Shana Öl-Minister Masud Mirkasemi. Auch die Nachfrage nach Benzin könne im Falle neuer Sanktionen gedeckt werden. Der Iran ist zwar der fünftgrößte Erölexporteur der Welt, muss aber mangels ausreichender Raffineriekapazitäten Benzin auf dem Weltmarkt einkaufen. Zu den wichtigsten Abnehmern iranischen Öl gehören die energiehungrigen asiatischen Länder.

Der Iran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung an einer Atombombe zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet das.



Quelle: Reuters (14. April 2010)

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Themen: Berlin , Germany , Allianz , Barack Obama , Daimler , Western Europe , Europe , National And International Security , Diplomacy; International Relations , German General News , Domestic Politics , German Money , United States OF America , Kollegen , Iran , Siemens , Teheran , Crude Oil , Middle East , Iran (islamic Republic Of) , Energy And Resources , Nuclear Power , Politics International Affairs And Law

Erschienen 14. April 2010 bei http://www.reuters.com.

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