Gewerkschaften rufen das Ende der Bescheidenheit aus
Reuters | 19. August 2010 — Berlin (Reuters) - Angesichts des Aufschwungs rufen die Gewerkschaften das Ende der Bescheidenheit aus und fordern für die Besc…
Berlin (Reuters) - Die Arbeitgeber haben gelassen auf die von der Gewerkschaft IG Metall angestrebte vorgezogene Lohnerhöhung reagiert.
"Ob die Tariferhöhung um zwei Monate vorgezogen wird, das wird in den Betrieben entschieden", sagte ein Sprecher des Verbandes Gesamtmetall am Donnerstag zu Reuters. "Das beschließen die Betriebsparteien und nicht die IG Metall oder Gesamtmetall." Zudem stelle sich diese Frage erst im Frühjahr 2011. Derzeit könne niemand abschätzen, wie die Lage in den einzelnen Betrieben dann sei. Noch habe die Branche nicht zu alter Stärke zurückgefunden. Der Auftragseingang müsste um zwölf Prozent wachsen und die Produktion um 15 Prozent zulegen, um das Niveau von vor der Krise zu erreichen, sagte der Sprecher.
Im Februar hatten sich die Tarifparteien wegen der Rezession auf eine Nullrunde bei den Löhnen geeinigt und eine Beschäftigungssicherung in den Vordergrund gestellt. Neben zwei Einmalzahlungen wurden die Löhne für 2010 eingefroren. Die Tariflöhne steigen erst zum 1. April 2011 um 2,7 Prozent. Der Beginn dieser Tariferhöhung kann durch Betriebsvereinbarungen um zwei Monate vorgezogen oder hinausgezögert werden.
Die Gewerkschaft strebt wegen des Aufschwungs eine vorgezogene Lohnerhöhung für die rund 3,4 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie an, sagte der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, der "Süddeutschen Zeitung" vom Donnerstag. Ob diese Klausel genutzt werde, liege jedoch bei den Betriebsräten, räumte Wetzel ein. Zudem sollten die übertariflichen Zulagen und das Weihnachtsgeld erhöht werden.
Erschienen 19. August 2010 bei http://www.reuters.com.
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