Ist Mediation gleich Mediation?
Recht & Mediation | 13. August 2012 — Allenthalben wird nur von DER Mediation gesprochen und geschrieben. Nur wenig bekannt ist, dass es mehrere unterschiedliche M…
Immer, wenn ich Mediation bei Anwälten vorgestellt habe, kamen schnell einige Rechtsanwälte und meinten im Brustton der Überzeugung, dass das ja alles nur alter Wein in neuen Schläuchen sei und außerdem machen sie das doch schon immer! Klar, auch Rechtsanwälte verhandeln und schließen Vergleiche. Wo ist der Unterschied?
Kenny Aina, ein Rechtsanwalt und Mediator aus Lagos/Nigeria hat es in einem Artikel auf dem Kluwer Mediation Blog auf den Punkt gebracht:
1. Anwälte sind lösungsfixiert Rechtsanwälte werden normalerweise dafür bezahlt, dass sie die Probleme ihrer Mandanten lösen. Sie lauschen daher ihren Mandanten mit einer analytischen Einstellung und arbeiten sofort gedanklich an einer Lösung. Sobald er eine Lösung gefunden hat, teilt er sie sofort dem Mandanten mit und beginnt sie umzusetzen. Das hat er gelernt und das zeichnet ihn als guten Anwalt aus. Anders in der Mediaiton. Der Mediator lauscht den Klienten vorurteilsfrei und ohne das Ziel, das Problem der Klienen zu lösen. Er versucht die hinter dem Problem stehenden Interessen des Klienten herauszufinden mit dem Ziel, ihnen zu helfen, selbst eine Lösung zur Verwirklichung dieser Interessen zu finden. Diese Interessen müssen nicht notwendigerweise wirtschaftliche Interessen sein, auch wenn sie oft so verkleidet werden.
Der Mediator muss hinter die rechtlichen Argumente und wirtschaftlichen Anforderungen schauen um dort manchmal (oder sehr oft) persönliche Interessen zu finden, ohne deren Berücksichtigung eine Lösung nicht möglich ist. Der Mediator muss sich bewusst sein, dass er nicht als Berater zur Lösung der Probleme der Klienten beauftragt wurde sondern als Vermittler, der beiden Parteien hilft, eine für beide Seiten annehmbare Lösung zu finden. Diese Lösung muss nicht nach dem Empfinden des Mediators fair sein aber akzeptabel für die Parteien und umsetzbar. Er muss auch darauf achten, dass der Prozess der Mediation immer im Sinne der Klienten abläuft. Kurz: Der Mediator muss akzeptieren, dass er die Kontrolle über die Lösung abgibt und die Klienten auf ihrem Weg zu einer Lösung nur begleitet.
2. Je schneller je besser Der anwaltliche Vergleichsverhandler hat ein klares zeitliches Konzept und sucht zu einem schnellen Abschluss zu kommen. Die Seelenmassage der Mandanten erfolgt in der Regel erst am Ende, wenn es darum geht, die vom Anwalt als gut erkannte Lösung auch beim Mandanten durchzusetzen. (Von Richtern kennen wir es ja, dass erst einmal beide Parteien niedergemacht werden, damit sie für den Vergleich weichgekocht werden). Anders in der Mediation. In der Tat geht es manchen Mediationsklienten zu langsam. Sie wollen den Punkt …
» Vollständiger ArtikelErschienen 17. August 2012 auf http://www.ra-braune.de/Wordpress.
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