Alle Blogs » Anstiftung zur Qualifikation (Aufstiftung)

Anstiftung zur Qualifikation (Aufstiftung)

am 17.04.2008 von Jurakopf

Ein richtig schönes klassiches StGB-AT Problem, dass bei jedem sitzen muss, der durchs Studium will: Kann man denjenigen, der zur Begehung des Grunddeliktes bereits fest entschlossen ist, noch zur Qualifikation aufstiften?
Ein Lehrbuchfall, wie er in meinem Heimatdorf wöchentlich auftritt: Karl will eine Tankstelle “machen” und schwingt sich auf sein Fahrrad - die (wegen der gesonderten Hartz-IV-Bezüge von ihm in Scheidung lebende) Ex-Ehefrau Karla, immer noch um sein Wohl besorgt, bringt ihm noch schnell eine Schusswaffe mit der er dann den Raub (nun als schweren Raub) begeht. Frage: Hat Karla zur Qualifikation angestiftet?
Natürlich gibt es hier mehrere Meinungen, das Gemeine ist, dass man je nach Lehr- bzw. Lernbuch gar nicht alle sieht: In vielen Lernbüchern werden nur zwei Meinungen genannt, faktisch gibt es aber derer vier, die man spätestens in einer Hausarbeit alle erwähnen sollte. Eine Zuordnung nach Literatur etc. verbietet sich dabei, quer durch die Bank vertritt mal der eine, mal der andere eine Theorie.
Die Qualifikationstheorie sagt eindeutig dass eine Anstiftung zur Qualifikation problemlos möglich ist: Immerhin stellt die Qualifikation eine ganz andere Unrechtsstufe dar, die zudem von eigener Tat-Identität ist.
Komplizierter ist die “Aliud-These” nach der eine Anstiftung nur dann vorliegen soll wenn es sich über das bloße “mehr” hinaus um ein echtes Tat-Aliud handelt. Sofern es einfach nur ein “plus” an Unrecht ist, sollte hier dann eher psychische Beihilfe vorliegen.
Hauptargument ist dabei, dass bei einer Zurechnung der gesamten Tat auch die Teile des Grunddeliktes dem Anstifter zugerechnet werden - was aber nicht mit dem Schuldprinzip zu vereinbaren ist. Der …

Eine Straftat des Staatsanwalts

kanzlei-hoenig.info / Gegen meinen Mandanten wird ein Ermittlungsverfahren geführt. Ich weiß, wie und wo ich meinem Mandanten erreichen kann. Das weiß die Staatsanwaltschaft nicht. Deswegen ruft der Staatsanwalt bei uns an und befragt zunächst eine Mi…

Gekreuzte Mordmerkmale

Handakte WebLAWg / Ein gerade für die Ausbildung lehrreiches und bedeutsames Urteil ist die für BGHSt ausgewählte Entscheidung BGH 2 StR 229/04 vom 12. Januar 2005 (LG Kassel). In ihm entscheidet der BGH zu den gekreuzten Mordmerkmalen: 1. Für die Anstiftung zum…

Anstiftung zum Totschlag in Tateinheit mit versuchter Anstiftung zum Mord

chris.blog » Jura / Da hat man 1.000 Jahre Jura studiert, ist schon seit 500 Jahren Referendar und hat sich noch nie über diese Konstellation Gedanken gemacht: A stiftet B an, den C zu töten, wobei er irrig davon ausgeht, bei B werde ein persönliches Mordmerkmal vorl…

Mord und Totschlag

chris.blog » Jura / Das Recht ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Manchmal unterliegen auch Gerichte einem solchen, so etwa der Bundesgerichtshof, wenn es um das Verhältnis von Mord und Totschlag zueinander geht. Vor langer Zeit hat das höchste ordentliche…

Was sind Verwendungen nach §994 BGB?

Jurakopf / Der §994 BGB ist eine beliebte Anspruchsgrundlage (auf Verwendungsersatz) in Klausuren. Seltsamerweise nicht so wirklich verbreitet scheint dabei das Wissen zu sein, dass hier ein Meinungsstreit herrscht. Und nicht irgendeiner, sondern der herrscht…

Hausarbeit und Klausur im Staatsrecht

Jurakopf / Der C.F.Müller Verlag hat mir zwei Bücher zugestellt, die ich in meinem Besprechungsstapel ganz nach unten gelegt hatte - das Thema “Staatsrecht” fand ich momentan nicht spannend und ich habe andere Klausurenkurse vorgezogen. Ein Fehler…

» Suche in den JuraBlogs

Der Autor und sein Blog

Jens Ferner

Rezensionen, Links und Hinweise für Jura-Studenten

» Jurakopf

» Aktuell in den Lawblogs

» Top-Meldungen

» TOP-Meldungen per E-Mail

Infos zum kostenlosen Service »