Gewerkschaften drohen Bahn mit Abbruch der Tarifverhandlungen
Reuters | 30. Januar 2009 — Frankfurt (Reuters) - Die Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA haben der Deutschen Bahn im laufenden Tarifkonflikt eine Frist …
Frankfurt (Reuters) - In den festgefahrenen Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn ist nach einem neuen Angebot des Unternehmens wieder Bewegung gekommen.
Die Gewerkschaften Transnet und GDBA hoffen auf eine Einigung. "Das Angebot hat sich deutlich verbessert. Wir können die Verhandlungen auf dieser Basis fortführen", sagte der Chef der Gewerkschaft Transnet, Alexander Kirchner, am Freitagabend in Frankfurt. Die Bahn biete in zwei Schritten eine Einkommenserhöhung von 4,5 Prozent für eine Laufzeit von 18 Monaten. Zudem sei das Angebot nicht mehr wie bislang an den wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns gekoppelt. "Damit ist einer der Knackpunkte vom Tisch", betonte Kirchner.
Zuvor waren sich die Tarifparteien in der vierten Verhandlungsrunde nicht nähergekommen. Die Gewerkschaften hatten die bisherigen Bahn-Vorschläge als unzureichend und enttäuschend kritisiert und ohne ein Einlenken der Bahn mit einem Abbruch der Verhandlungen gedroht. Transnet und GDBA fordern für rund 130.000 Beschäftigte eine Einkommenserhöhung von zehn Prozent.
TRANSNET-CHEF - BEHARRLICHKEIT ZAHLT SICH AUS
Im Detail sollen laut neuem Angebot die Einkommen ab dem 1. Februar 2009 um linear zwei Prozent erhöht werden. Zudem werde es im Dezember eine Einmalzahlung von 400 Euro geben. Ab dem 1. Januar 2010 solle es dann eine Einkommenserhöhung von nochmals 2,5 Prozent geben. Das neue Angebot der Bahn zeige, dass sich Beharrlichkeit und Warnstreiks für die Gewerkschaften auszahlten, sagte Kirchner. "Auf dieser Basis können wir weiterverhandeln." GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel sagte, er hoffe auf eine Einigung. Ein Ergebnis noch in der Nacht zum Samstag werde es nicht geben. "Das halte ich für ausgeschlossen", sagte Kirchner. Die Verhandlungen sollen vielmehr am Samstag fortgesetzt werden.
Das neue Angebot wurde auch den parallel Gespräche führenden Vertretern der Lokführergewerkschaft GDL vorgelegt. Ein Bahn-Sprecher sagte, auch dort sollten die Verhandlungen auf dieser Basis weitergeführt werden. Die GDL fordert für 12.000 Beschäftigte eine Lohnerhöhung von 6,5 Prozent.
Erschienen 31. Januar 2009 bei http://www.reuters.com.
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