Anhörung des ausgewiesenen Verurteilten – das wird schwierig werden…

Auch ein ausgewiesener Verurteilter, der die Aussetzung seiner Reststrafe zur Bewährung in der Bundesrepublik begehrt, ist zwingend anzuhören, wenn nicht von dieser Anhörung ausnahmsweise abgesehen werden darf. Ist das Gericht der Auffassung, dass ein Absehen von der mündlichen Anhörung angezeigt ist, so muss es dies darlegen und auch begründen. Hat der Verurteilte aber nicht dargetan, ob er sich dem Risiko einer möglichen Verhaftung bei Erfolglosigkeit seines Antrages nach Wiedereinreise stellen möchte oder nicht, kann auch nicht von einem Verzicht auf die Anhörung ausgegangen werden. Ebenso wenig kommt die Anhörung durch ein ersuchtes Gericht in der Türkei in Betracht, da dies dem Gesetzeszweck zuwider läuft, der vorsieht, dass sich ein persönlicher Eindruck von dem Verurteilten zu verschaffen ist.

So OLG Hamm, Beschl. v. 04.05.2010 – III-5 Ws 142/10. Wird in der Praxis sicherlich nicht ganz einfach werden, die Vorgabe zu erfüllen.

Siehe auch:

Sonntags zur Post, wenn Montags die Frist abläuft, ist zu spät… Allgemein wird für die Einlegung eines Rechtsmittels davon ausgegangen, dass bei Aufgabe der inländischen Sendung an einem Werktag … » Vollständiger Artikel
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Themen: Stpo , Entscheidung , Strafvollzug , Olg Hamm , Anhörung , Strafaussetzung , Ausgewiesener Ausläner

Erschienen 13. Juli 2010 auf http://blog.strafrecht-online.de.

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