Amtshaftung für Notärzte in Hessen - BGH Beschl. v. 17.12.2009
Paluka.de: Blog | 16. April 2010 — Der BGH setzte Ende Dezember 2009 seine Rechtsprechung zur Wahrnehmung der Aufgabe der Notfallrettung durch private Organisatio…
Der BGH setzte Ende Dezember 2009 seine Rechtsprechung zur Wahrnehmung der Aufgabe der Notfallrettung durch private Organisationen fort und entschied – nach Bayern – nun für das Bundesland Hessen, dass dort die Wahrnehmung der rettungsdienstlichen Notfallversorgung auch dann öffentlich-rechtlicher Natur ist, wenn sie von einer privatrechtlichen Organisation ausgeführt wird (siehe: BGH Beschl. v. 17.12.2009, Az.: III ZB 47/09). Damit erteilte der BGH der gegenteiligen Ansicht des VG Gießen (Urt. v. 04.06.2007, Az.: 10 E 1179/07) eine klare Absage. Gegenstand der Entscheidung war die Frage nach dem richtigen Rechtsweg, wenn über das Entgelt für eine Notfallversorgung gestritten wird. Der BGH entschied, dass die Rechtsbeziehungen zwischen den Parteien in der Notfallrettung insgesamt und damit auch hinsichtlich von Zahlungsansprüchen der privaten Rettungsdienstorganisation öffentlich-rechtlicher Natur sind und daher der Rechtsweg vor den Verwaltungsgerichten statthaft ist.
Da der BGH in seiner Entscheidung vorbehaltlos feststellt, dass die Wahrnehmung der Aufgabe der Notfallversorgung – auch durch juristische Personen des Privatrechts – sowohl im Ganzen als auch im Einzelfall der hoheitlichen Betätigung zuzurechnen ist, bedeutet dies, dass in Anlehnung an die zur Rechtslage in Bayern ergangenen Entscheidungen des BGH (siehe Urt. v. 09.01.2003, Az.: III ZR 217/01, und Urt. v. 16.09.2004, Az.: III ZR 346/03) auch für die in Hessen tätigen Notärzte die Grundsätze der Amtshaftung gelten. Danach trifft beispielsweise eine Haftung für Behandlungsfehler beim Rettungseinsatz nicht den Notarzt selbst, sondern den Träger des Rettungsdienstes, für den der Notarzt tätig wurde (d. h. das Bundesland, den Landkreis, die kreisfreie Stadt oder den Rettungszweckverband).
Ferner bestätigte der BGH, dass die Bestimmungen über die Erstattung von Auslagen und Kosten im hessischen Rettungsdienstgesetz derart abschließend seien, dass sie eine (ergänzende) Anwendung der Grundsätze der zivilrechtlichen Geschäftsführung ohne Auftrag ausschließen. Damit wurde bekräftigt, dass die Rechtsb…
» Vollständiger ArtikelErschienen 16. April 2010 auf http://www.paluka.de/.
Paluka.de: Blog | 16. April 2010 — Der BGH setzte Ende Dezember 2009 seine Rechtsprechung zur Wahrnehmung der Aufgabe der Notfallrettung durch private Organisatio…
Paluka.de: Blog | 16. April 2010 — Der BGH setzte Ende Dezember 2009 seine Rechtsprechung zur Wahrnehmung der Aufgabe der Notfallrettung durch private Organisatio…
Meyer-Köring v.Danwitz | 17. März 2010 — Mit Beschluss vom 17.12.2009 (III ZB 47/09) hat der Bundesgerichtshof entschieden: Die Wahrnehmung der rettungsdienstlichen N…
Paluka.de: Blog | 29. Januar 2008 — Nach den Entscheidungen des BGH 3. Zivilsenat zur Haftung des Notarztes in Bayern (BGH Urt. v. 9.1.2003 III ZR 217/01 = M…
Paluka.de: Blog | 29. Januar 2008 — Nach den Entscheidungen des BGH – 3. Zivilsenat – zur Haftung des Notarztes in Bayern (BGH Urt. v. 9.1.2003 – III ZR 217/01 = M…
Paluka.de: Blog | 29. Januar 2008 — Nach den Entscheidungen des BGH 3. Zivilsenat zur Haftung des Notarztes in Bayern (BGH Urt. v. 9.1.2003 III ZR 217/01 = M…
Rechtslupe | 5. Oktober 2011 — In Baden-Württemberg ist der Rechtsweg zu den Verwaltungsgerichten eröffnet, wenn es sich um Klagen auf Zahlung des Entgelts ei…
Paluka.de: Blog | 9. Februar 2009 — Notärzte haften in den meisten Bundesländern nach den öffentlich-rechtlichen Amtshaftungsgrundsätzen. Für Bayern hat dies der B…
Paluka.de: Blog | 9. Februar 2009 — Notärzte haften in den meisten Bundesländern nach den öffentlich-rechtlichen Amtshaftungsgrundsätzen. Für Bayern hat dies der B…
Paluka.de: Blog | 18. November 2008 — Folgt man den Bundestagsprotokollen, dann liegen seit dem II. Quartal 2008 die Voraussetzungen dafür vor, dass die elektronisch…