Amtsgericht Wolfsburg: Strafregister wie ein Buch, aber ein schlechtes

Das hätte auch schlimmer werden können. Zu dem Bundeszentralregisterauszug meine die Frau Staatsanwältin: Wie ein Buch, aber ein schlechtes. Okay, auch ich habe schon bessere gelesen.

Der Mandant beklagte sich auch nicht, dass man ihn wegen seiner Dummheit ein wenig frotzelte. Auf der Autobahn ohne Fahrerlaubnis zu schnell gefahren, rausgewunken. Rauschgifthunde finden viel zum Bellen, aber keinen Stoff. Wegen des vielen Bellens stehen dann einige Tage später Herren von der Kripo vor der Tür und wollen mal nachschauen, ob der Mandant trotz des Warnschusses auf der Autobahn noch was auf Lager hat. Und er hatte, und zwar reichlich. Haschisch, Marihuana, Pillen, Pilze und reichlich Kokain.

Während der Untersuchungshaft hatte der Mandant sich dann aber um eine Therapiestelle gekümmert und der Polizei noch reichlich über seinen Lieferanten erzählt, so dass ihn heute die volle Milde des Gerichts traf, das eine Strafe verhängte, die sicherstellt, dass er demnächst seine nicht erste Therapie antreten darf. Und das ist auch gut so.

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Themen: Prozesse

Erschienen 14. September 2006 auf http://www.vier-strafverteidiger.de.

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