Falsche Preisangabe: Versandhaus muss liefern
IT-Rechtsinfo | 8. September 2008 — Ein Mitarbeiter von Quelle hatte sich bei der Eingabe der Preise versehen, das System jedoch unglücklicherweise den Eingang der Be…
Falsche Preisangaben durch (große) Versandhändler scheinen derzeit in der Presse Konjunktur zu haben. Die Diskussion um Otto und die MacBooks für 49,95 Euro ist noch nicht abgeebbt, da kommt jetzt die neueste Nachricht: Diesmal hat es Quelle erwischt: Das Versandhaus ist verurteilt worden, Bildschirme, die statt mit dem Preis von 1.999,90 Euro mit 199,90 Euro im Internet ausgezeichnet waren, zum niedrigeren Preis an zwei Kunden auszuliefern. Das Amtsgericht Fürth hat am 11.08.2009 hierüber entschieden (Aktenzeichen: 310 C 2349/08 u. 360 C 2779/08). Und der Justizsprecher des Gerichts, Thomas Koch, meint dazu laut Frankfurter Rundschau (und zahlreichen anderen Quellen): "Es ist schwierig zu sagen, die ganze Rechtsprechung ändert sich jetzt", erläuterte der Justizsprecher die Konsequenzen des Urteils. "Denn es kamen besondere Umstände dazu." Bislang herrscht laut Koch unter Juristen die Ansicht, dass ein Preis an sich kein Angebot, sondern nur eine Einladung zu einem Vertrag ist. Dieser kommt erst mit der Bestätigung des vom Käufer akzeptierten Preises durch den Verkäufer zustande. Im Fall scheint es aber so gewesen zu sein, dass eine Bestätigung durch Quelle versandt worden ist - genauer gesagt: eine Anzahlungsaufforderung. In diesem Fall würde ich jedoch auch sagen, dass der Vertrag zustande gekommen ist und wir uns nicht mehr im Bereich "invitatio ad offerendum" (im Zitat treffend "Einladung zu einem Vertrag" ge…
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