Integration Iraner: Schröder wirbt bei Iran-Besuch für Integration
Reuters | 22. Februar 2009 — Teheran (Reuters) - Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat bei einem Besuch im Iran die Leugnung des Holocaust durch Präsident …
Teheran (Reuters) - Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat bei seinem Besuch im Iran die Leugnung des Holocaust durch Präsident Mahmud Ahmadinedschad sowie dessen Äußerungen zu Israel kritisiert.
"Der Holocaust ist eine historische Tatsache", sagte Schröder am Samstag wenige Stunden vor einem Treffen mit dem Präsidenten in einer Rede vor der iranischen Industrie- und Handelskammer. Es mache keinen Sinn, "dieses einmalige Verbrechen zu leugnen", sagte Schröder, der sich zu einem viertägigen Privatbesuch im Iran aufhält. Iran müsse die Realitäten anerkennen und internationale Regeln beachten, wenn es als Regionalmacht ernstgenommen werden wolle.
Der Präsident der iranischen Industrie- und Handelskammer, Mohammad Nahavandian, warnte, es wäre falsch, die Entwicklungen im Nahen Osten mit zweierlei Maß zu messen. "Wir dürfen das jüngste Massaker an Bewohnern des Gazastreifens nicht vergessen und sollten Israel deswegen international verurteilten", sagte Nahavandian. Iran hat den dreiwöchigen Gaza-Krieg Israels vom Januar wiederholt verurteilt, bei dem über 1300 Menschen getötet wurden. Ahmadinedschad, der Israel als "Tumor" im Nahen Osten bezeichnet und den Holocaust als Mythos bezeichnet hat, sprach gar von Völkermord.
Der Zentralrat der Juden in Deutschland kritisierte Schröder scharf wegen des geplanten Treffens mit Ahmadinedschad. Für den iranischen Präsidenten wäre die Begegnung eine Aufwertung und Unterstützung für seinen Wahlkampf, sagte der Generalsekretär des Zentralverbands, Stephan Kramer, der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". Schröder schade damit dem Ansehen der Bundesregierung und Deutschlands. Daher solle er "im Sinne der Menschenrechte" besser auf das Treffen verzichten.
Erschienen 21. Februar 2009 bei http://www.reuters.com.
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