Aktuelle Urteile
1.Solidaritätszuschlag
Soli bis zum Jahr 2007 verfassungsgemäß, da er immer noch zur Deckung des besonderen Finanzbedarfs des Bundes aus den Kosten der
diene.BFH,
21.07.2011,2011 II R 50/09, 2011 II R 52/10
2. Schloss ist eben nicht gleich Schloss.
Keine irreführende Werbung wenn ein großes Anwesen mit Schiefer und Fachwerk mit der Bezeichnung “Schloss” wirbt, da an Schloss keine
architektonischen oder historischen Kriterien zu stellen seien, sondern abzustellen ist auf die Auffassung der Verkehrskreise, an
welche sich die Werbung richte. LG Wuppertal, 19.07.2011, 11 O 51/11
3. und Meinungsfreiheit
EuGH für Menschenrechte spricht Altenpflegerin Entschädigung zu, da durch fristlose Kündigung deren Recht auf freie Meinungsäußerung,
Art. 10 EMRK verletzt wurde. Arbeitnehmerin wurde fristlos gekündigt nachdem sie Pflegemissstände öffentlich angeprangert hatte und
Arbeitgeber wegen Betruges anzeigte. Aber öffentliches Interesse an Offenlegung von Altenpflegemissständen ist in Demokratie
wichtiger als als Schutz Rufes des Unternehmerns und dessen Geschäftsinteressen. 21.07.11, Az. 28274/08
4. Minderheitsgruppe im Betriebsrat
Minderheitsgruppe im kann vom
Betriebsrat als Gremium keine Überlassung eigener Büroräume nebst Büromittel zur ausschließlichen Nutzung verlangen,LAG
Berlin-Brandenburg, 19.07.2011, 7 TaBV 764/11
5. Überwachung im öffentlichen Raum
Die muss 70 Videokameras
abschalten, die Aufnahmen im öffentlichen Raum speichern können da gemäß des niedersächsischen Sicherheitsrechts eine Beobachtung
offen erfolgen muss, damit der Einzelne sein Grundrecht auf informelle Selbstbestimmung wahrnehmen kann, VG Hannover, Az. 10 A
5452/10
6. Bürorroman und Kündigungsgrund
Kein fristloser Kündigungsgrund für Arbeitgeber mit der Begründung Roman eines Arbeitnehmer: “Wer die Hölle fürchtet, kennt das Büro
nicht”. AG kündigte fristlos mit Begründung Buch weise deutliche Parallelen zum Unternehmen und dort tätigen Personen auf und
hierdurch sei der Betriebsfrieden erheblich gestört worden. LAG Hamm entschied Autor kann sich auf Kunstfreiheit berufen insoweit
Personen des Buches nur Parallelen zu den Kollegen aufweisen, aber nicht alle Eigenschaften der Figuren den tatsächlichen Vorbildern
entsprechen und keine Ansätze für eine Übersetzung des Romans in die Wirklichkeit ersichtlich sind. LAG Hamm, 15.07.2011,13 Sa 436/11
7. Fragerecht bei Einstellung
Falsche Beantwortung einer zulässig gestellten Frage nach einer Schwerbehinderung in einem Einstellungsgespräch berechtigt den
Arbeitgeber zur Anfechtung des Arbeitsvertrages wenn die Täuschung für den Abschluss des Arbeitsvertrags ursächlich war. Wirkt sich
die Täuschung im Arbeitsverhältnis weiterhin aus, kann zudem eine Kündigung gerechtfertigt sein.……
» Vollständiger Artikel