ai: Bericht des Parlamentarischen Kontrollgremiums ist unzureichend
am 26.02.2006 von http://menschenrechte.blogg.de/
Als unzureichend und verharmlosend hat amnesty international (ai) die vom Parlamentarischen Kontrollgremium (PKGr) abgegebene Bewertung des Berichts der Bundesregierung zu den Vernehmungen im Ausland und den geheimen Verschleppungen durch die CIA bezeichnet. Bei den Befragungen des Deutsch-Syrers Mohammed Haydar Zammar in einem syrischen Gefängnis und des Bremers Murat Kurnaz im US-Gefangenenlager Guantánamo durch Beamte deutscher Geheimdienste ist die rote Linie überschritten worden, sagte Barbara
Lochbihler, Generalsekretärin der deutschen ai-Sektion. Lochbihler forderte weitere Aufklärung der Fälle und vorbeugende Maßnahmen. Zammar saß bereits etwa ein Jahr im für routinemäßige Folter berüchtigten Gefängnis Far Falastin in Damaskus ein, als er von BND,
Bundesverfassungsschutz und BKA verhört wurde. Zudem gab er an, misshandelt worden zu sein. Daraufhin hätten die Beamten die Vernehmung abbrechen und Maßnahmen zu Zammars Schutz ergreifen
müssen; das ist eindeutig in deutschen und völkerrechtlichen Bestimmungen zum Schutz der Menschenwürde festgelegt, sagte Lochbihler. Gleiches gilt für den Fall Kurnaz: Es war bekannt, dass die Häftlinge in Guantánamo gefoltert und misshandelt werden. Kurnaz selbst hat später seinem Anwalt detailliert geschildert, wie er gefoltert wurde. Die Geheimdienste haben hier von Foltersituationen profitiert, auch wenn deutsche Beamte selbst nicht unmittelbar tätig
wurden, sagte Lochbihler. Geheim darf nicht gleichbedeutend mit halb- oder illegal sein. Für Geheimdienstmitarbeiter gelten die gleichen rechtlichen Grundsätze wie für andere Beamte. …
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