AG München: Die Zeugenaussage des Fahrers eines unfallbeteiligten Fahrzeuges ist vor Gericht nichts wert. (Reihe skurile Urteile)
am 22.05.2006 von http://www.lehrstellen-verein.de/lupus
AG München, Urteil vom 11.11.1986, Az: 28 C 3374/86)
[…] Das Gericht war in seine bisherigen Praxis schon mit ca. 2000 Strassenverkehrsunfällen beschäftigt und hat es noch niemals erlebt, dass jemals einer der beteiligten Fahrer schuld gewesen wäre. Es war vielmehr immer so, dass jeweils natürlich der andere schuld gewesen ist. Bekanntlich sind Autofahrer ein Menschenschlag, dem Fehler grundsaetzlich nie passieren, und wenn tatsächlich einmal ein Fehler passiert, dann war man es natürlich nicht selbst, sondern es war grundsätzlich der andere.
Das Gericht hat auch noch nie erlebt, dass jemals ein Fahrer, der als Zeuge oder Partei vernommen wurde, eigenes Fehlverhalten eingeräumt oder zugestanden hätte. Wenn dies einmal tatsächlich passieren sollte, dann müsste man schlicht und einfach von einem Wunder sprechen. Wunder kommen aber in der Regel nur in Lourdes vor, wenn beispielsweise ein Blinder wieder sehen kann oder ein Lahmer wieder gehen kann, oder aber in Fatima, wenn sich während der Papstmesse eine weisse Taube auf den Kopf des Papstes setzt, und sogar in den dortigen Gegenden sind Wunder ziemlich selten, in deutschen Gerichtssälen passieren sie so gut wie nie, am allerwenigsten in den Sitzungssälen des AG München. Jedenfalls ist in Justiz- und Anwaltskreisen nichts davon bekannt, dass in der Parcellistr. 2 in München schon jemals ein Wunder geschehen wäre. …
Wunder gibt’s nicht beim Verkehrsgericht
Kreuzberger Verkehrsrecht / In Unfallsachen vor den Gerichten mangelt es manchmal an Zeugen. In diesen Fällen wird dann zum Beweis, daß der eigene Vortrag richtig sei, angeboten, sich selbst als Partei des Prozesses zu vernehmen. Der Beklagte soll also wie ein Zeuge …
Skurile Urteile. Heute: AG München NJW 87, 1426
Andere Ansicht / Die Zeugenaussage des Fahrers eines unfallbeteiligten Fahrzeuges ist vor Gericht nichts wert. (Leitsatz der Redaktion) Diesen Leitsatz stützt das Gericht auf seine langjährigen Erfahrungen. Denn es war schon mit ca. 2000 Straßenverkehrsunfällen …
Zustellung mit Cowboy-Hut
RA-Blog / Da ruft mich heute eine Mandantin an. Sie ist sehr aufgeregt, denn ihr wurde vom Amtsgericht ein Ordnungsgeld von 200,00 Euro aufgebrummt. Sie sei nämlich nicht zur Zeugenaussage bei einer Hauptverhandlung vor einer Woche erschienen. Kein Wunder, m…
Blinder Autofahrer mit 154 km/h geblitzt
strafblog / Es gibt Sachen, die gibt´s gar nicht. Und trotzdem passieren sie, was dann zu ungeahnten Schwierigkeiten führen kann. Wie rp-online berichtet, ist ein blinder Spanier mit 154 km/h am Steuer eines Pkw geblitzt worden. Domingo Merino habe aus reinen…
Zeugen als Schwätzer
Kreuzberger Verkehrsrecht / Während der Zeuge umfangreich und vom Gericht nur schwer zu stoppen über seine Fahrt von Güterslow oder Rederwiedenbrück – der Zeuge war sich da nicht mehr ganz sicher – plauderte und während er auch gern bereit…
Wahrheit geht vors Protokoll
LawBlog / Die tatsächliche Wahrheit steht über der Beweiskraft eines Hauptverhandlungsprotokolls. Wegen Rechtsmissbrauchs verwarf der Bundesgerichtshof deshalb eine Revision, die an sich begründet gewesen wäre. Laut Verhandlungsprotokoll hatte sich eine Ve…
Erzwungene Vorfahrt kann zur Mithaftung führen
Recht und Alltag / Wer sich seine Vorfahrt erzwingt, muss damit rechnen, bei einem Unfall auch mitzuhaften. In dem vom Oberlandesgericht Saarbrücken mit Urteil vom 30.01.2007 (Az.: 4 U 409/06-132) entschiedenen Fall beachtete ein Motorradfahrer beim Linksabbiegen nich…
InsO einem Fall
Das interessiert doch wieder keine Sau... / Schon nett, was man immer wieder erleben darf. Zum Beispiel, dass rückständiger Unterhalt eingeklagt wird, der vor der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens fällig war. Das könnte jedem Anwalt passieren, wenn man nichts vom Ins…
