AG Halle (Saale): Filesharing-Streitwert nur 1.200 €
Das kürzlich bekannt gewordene Urteil des Amtsgerichts Halle (Saale) vom 24. November 2009 (Az. 95 C 3258/09) ist in mehrfacher
Hinsicht für Betroffene interessant, die nach Tauschbörsennutzung abgemahnt worden sind. Zum einen hat sich das Gericht mit dem
auseinandergesetzt, zum anderen macht es
deutlich, über welche Zeitspannen sich derartige Vorfälle erstrecken können.
Streitwert 1.200 €
Die Klägerin unterlag in dem Rechtsstreit zu 63 Prozent, da ihr nur ein Schadensersatz in Höhe von 100 € sowie Anwaltskosten für die
Aussprache der aus einem Gegenstandswert von
1.200 € zuerkannt wurden. Die Klägerin hatte Anwaltskosten aus dem üblichen Gegenstandswert von 10.000 € verlangt. Hierzu befand das
Gericht:
Auch wenn das Bereitstellen von Filmen oder Musik in Filesharing-Systemen kein Kavaliersdelikt darstellt, hält das Gericht unter
Berücksichtigung aller Umstände einen Streitwert in Höhe von 1.200 € für angemessen. […] Die Streitwertbemessung hat […] keine
abschreckende oder gar sanktionierende Wirkung, sondern orientiert sich an dem Wertinteresse des Gläubigers und an der Intensität der
Rechtsverletzung. […] Der Beklagte stellte nur einen einzigen urheberrechtlich geschützten Film der Klägerin zum Hochladen bereit.
Dies stellte – soweit ersichtlich – zudem den ersten Verstoß des Beklagten gegen die Nutzungsrechte der Klägerin dar. Damit liegt
lediglich eine bagatellartige Rechtsverletzung vor, die einen Streitwert in Höhe von 10.000 € nicht rechtfertigen kann (vergleiche LG
vom 20.04.2009, 9 Qs 99/09, das eine
Bagatelle selbst bei zwei Filmwerken annimmt).
Verfahrensda…
» Vollständiger
Artikel