Affäre Calmund: Schmiergeld für Platzverweis gezahlt?
am 11.03.2006 von http://www.strafblog.de
Einen neuen Aspekt in der Finanzaffäre um den früheren Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, Rainer Calmund, hat der SPIEGEL laut einem Bericht der RHEINISCHEN POST ins Spiel gebracht. Danach wird der Verdacht diskutiert, dass der frühere Bundesligaspieler von Arminia Bielefeld, Ansgar Brinkmann, für einen Platzverweis im Spiel gegen die damals abstiegsbedrohte Werkself von Bayer Leverkusen ein Schmiergeld kassiert hat, das ihm möglicherweise von dem Spielervermittler Graul übergeben wurde. Verstanden? Naja, ist kompliziert. Jedenfalls soll Calmund dem Graul seinerzeit insgesamt 3 Schecks über insgesamt 580.000 Euro überreicht haben, die als Provision für die Vermittlung der Kaufoption an zwei Spielern gezahlt wurden, über welche allerdings keine Eintragung in den Büchern von Bayer zu finden ist. Und die Kripo Bielefeld ermittelt gegen Brinkmann, weil der halt gegen Bayer schlecht gespielt hat und dann auch noch vom Platz geflogen ist, ohne im Nachhinein sonderlich unglücklich darüber gewesen zu sein.
Macht nichts, wenn Sie da nicht mehr durchblicken. Tu ich auch nicht. Aber ich bin fest entschlossen, demnächst zumindest eine Provision für Mandate zu kassieren, die ich bekommen könnte, wenn man mich als Verteidiger beauftragen würde, dann aber doch nicht gefragt hat. Fragt sich nur noch, wer mir die Provision bezahlt.
Übrigens, ich hätte auch den SPIEGEL direkt zitieren können. Aber bei dem komplexen Sachverhalt liegt es doch nahe, lieber zu berichten, was ein anderes Blatt über die Berichterstattung des Nachrichtenmagazins schreibt. Und wenn ich dann darüber berichte und das auch noch mit meinem eigenen Senf vermenge, ist es doch ganz spannend zu beobachten, was von der Ausgangsbotschaft noch übrig bleibt, oder?
Autor: RA Rainer Pohlen
Kanzlei POHLEN + MEISTER
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