Ärzte drohen mit Streik

Berlin (Reuters) - Die niedergelassenen Ärzte haben nach dem Abbruch der Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen mit Streik gedroht.

"Legen die Kassen kein besseres Angebot vor, können wir Ärztestreiks nicht mehr ausschließen", sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler, der "Bild"-Zeitung vom Freitag.

Die Krankenkassen hätten den niedergelassenen Ärzten 1,4 Milliarden Euro mehr Honorar versprochen, berichtete das Blatt unter Berufung auf Verhandlungskreise. Die Ärzte hatten hingegen 4,5 Milliarden Euro verlangt. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hatte den Ärzten einen Anstieg des Vergütungsvolumens um 2,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Bei den Honorarverhandlungen am Donnerstag war es zu keiner Einigung gekommen. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) warf den Ärzten Blockadehaltung vor.



Quelle: Reuters (8. August 2008)

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Themen: Berlin , Krankenkassen , Streik , Drohen , Bild Zeitung , Honorar , Ulla Schmidt

Erschienen 8. August 2008 bei http://www.reuters.com.

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Kommentare zu "Ärzte drohen mit Streik":

2. Juli 2009 von Marlene Engel — Was auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird ist schlicht unmenschlich und fahrlässig.
Am eigenen Leib haben wir vor einem Jahr folgendes erlebt: Bei meinem Mann war bekannt, dass seine Halsschlagadern zu 50 % zu sind. Im Juni hatte er einen Termin beim Kardiologen. Dieser hatte die Durchlässigkeit der Aterien im Herz kontrolliert, da mein Mann ein Stent hat. Der Arzt meinte, dass eine Untersuchung der Halsschlagadern nicht mehr in seinem Budget paßt da bereits quartalsende sei.
5 Wochen später hat er erst wieder einen Termin erhalten und wurde sofort ins Krankenhaus geschickt, dort wurde festgestellt, dass die linke Arterie komplett zu ist und nicht mehr operiert werden kann und die rechte zu 96 % zu ist. Jederzeit war ein Schlaganfall möglich und wir wollten in 4 Tagen einen Italienurlaub verbringen aus dem mein Mann wahrscheinlich nicht mehr lebend heimgekommen wäre. Das muss man sich erst mal vorstellen. Gott sei Dank hat mein Mann überlebt. Unverantwortlich zu was die Ärzte gezwungen werden. Jetzt streiken die Ärzte dieser Tage und meine Tochter hat einen Hautausschlag. Wir waren beim Notfalldienst, der Hausarzt streikt, der Dermatologe streikt. Keiner erreichbar damit man nicht nur notfallmäßig behandelt wird!!! Unsere Politiker sind da sicher bestens versorgt. Hallo! Wir sind deutsche Bürger und bezahlen unsere Krankenkassenbeiträge jeden Monat. Dafür steht uns eine ordentliche medizinische Betreuung zu! Es kann doch wohl nicht war sein, dass wieder einmal bei den Kleinen gespart wird. Das ist kriminell und unsere Politiker haben entweder keine blasse Ahnung was wirklich beim Volk abgeht oder laufen mit Scheuklappen rum.
Nochmal: Es geht um Menschenleben, wenn die medizinische Versorgung nicht mehr gewährleistet ist und jedem Arzt die Hände gebunden sind! Vielleicht verstehen es die Verantwortlichen besser, wenn sowas sie selbst oder Familienangehörige treffen würde.
Deshalb fordere ich: Tut was fürs Volk und nicht für die Geldbeutel der großen Bosse. Habt Verantwortungsgefühl den Frauen, Männern und Kindern gegenüber, welche ärztliche Hilfe benötigen und lasst euch eine humane Regelung einfallen. Es kann wie Sie sehen wirklich um Leben und Tod gehen.

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