Achtung bei der Vergütungsvereinbarung: Nicht drin/drunter herum schmieren

Die Vergütungsvereinbarung bedarf nach § 3a RVG der Textform, also an sich keine hohen formellen Anforderungen. Allerdings muss man als Rechtsanwalt/Verteidiger doch ein wenig aufpasse, wenn man handschriftliche Ergänzungen in der Vergütungsvereinbarung macht. Die können zu einem Formmangel führen (so das BGH, Urt. v. 03.11.2011 – IX ZR 47/11). Der Senat führt in seiner Entscheidung aus, dass der Textform nicht genügt ist, wenn es infolge nachträglicher handschriftlicher Ergänzungen an einem räumlichen Abschluss der Vereinbarung fehlt. Da bei Beachtung der Schriftform die Unterschrift den Vertragstext räumlich abschließen müsse, führten unterhalb der Unterschrift angefügte Vertragsnachträge zur Formunwirksamkeit der Erklärung.

“(1) Anders als bei der Schriftform (§ 126 Abs. 1 BGB), bei welcher die Unterschrift den räumlichen Abschluss der Urkunde bildet, kennt die Textform keine starre Regelung für die Kenntlichmachung des Dokumentenendes (Bamberger/Roth/Wendtland, BGB, 2. Aufl., § 126b Rn. 7). Es bedarf jedenfalls eines eindeutig wahrnehmbaren Hinweises, der sich räumlich am Ende befindet und inhaltlich das Ende der Erklärung verlautbart ([...]PK-BGB/Junker, 5. Aufl., § 126b Rn. 30). Zur Erfüllung dieses Zwecks kommt neben der Namensuntersc…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches
  • Links

Themen: Bgh , Bgb , Entscheidung , Textform , Olg Hamm , Vergütungsvereinbarung , Formel
Rechtsgebiet: Gebührenrecht

Erschienen 26. November 2011 auf http://blog.strafrecht-online.de.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Formvorschriften für die anwaltliche Vergütungsvereinbarung

Rechtslupe | 23. November 2011 — Für den Abschluss einer Vergütungsvereinbarung sind nicht die im Zeitpunkt der unbedingten Auftragserteilung, sondern die im Ze…

Mitbestimmung: Zustimmungsverweigerung des Betriebsrats in Textform reicht aus

Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf | 19. Februar 2009 — Das Schriftlichkeitsgebot des § 99 Abs. 3 Satz 1 BetrVG wird auch durch die Einhaltung der Textform des § 126b BGB erfüllt. …

Arbeitsrecht: Schriftlichkeitsgebot § 99 BetrVG

Meyer-Köring v.Danwitz | 19. November 2009 — Das Bundesarbeitsgericht hatte sich in zwei aktuellen Beschlüssen mit Fragen der Zustimmungsverweigerung des Betriebsrats nach …

Unerlaubte Telefonwerbung: Kommt jetzt die Bestätigungslösung im BGB?

beck-blog | 14. Juni 2011 — Der Bundesrat hat seinen Entwurf für ein Gesetz zur Fortentwicklung des Verbraucherschutzes bei unerlaubter Telefonwerbung ve…

Umgruppierung: BAG: Mitbestimmung bei Umgruppierung - Zustimmungsverweigerung in Textform

Rechtblog | 23. Dezember 2008 — Das Schriftlichkeitsgebot des § 99 Abs. 3 Satz 1 BetrVG wird auch durch die Einhaltung der Textform des § 126b BGB erfüllt. N…

Schriftformerfordernis und Mieterhöhungsverlangen

Rechtslupe | 6. Januar 2011 — Eine Schriftformabrede für Änderungen und Ergänzungen eines Wohnraummietvertrages gilt nicht für ein Mieterhöhungsverlangen nac…

LG Kleve: Widerrufsbelehrung in Textform (8 O 128/06)

Recht für Verbraucher | 13. März 2007 — LG Kleve: Widerrufsbelehrung in Textform (Urteil vom 02.03.2007 - 8 O 128/06) Gemäß § 355 Abs. 2 Satz 1 BGB ist die Widerru…

Widerrufsbelehrung in Textform

LAWgical | 10. August 2006 — Nach dem Beschluss des Kammergerichts vom 18.07.2006 im Verfahren 5 W 156/06 (Volltext im PDF abrufbar) genügt das bloße Bereit…

Schriftform der Kündigung bei einer Gemeinschaftspraxis

arbeit-familie.de | 26. Januar 2010 — LAG Niedersachsen, Urteil vom 11.12.2009, 10 Sa 594/09 Das LAG befaßte sich mit der Kündigungsschutzklage einer Arzth…

BAG: Anmeldung der Entschädigungsansprüche wegen Diskriminierung nach dem AGG per Fax ausreichend

Rechtsanwalt Arbeitsrecht Berlin Blog | 20. Juni 2011 — Wer z.B. bei einer Stellenvergabe diskriminiert wurde, kann gem. § 15 AGG seine Ansprüche auf Entschädigung/ Schadenersatz gelt…

Urteil des IX. Zivilsenats vom 3.11.2011 - IX ZR 47/11 -