Jura und Wissenschaft
De lege lata | 10. Januar 2012 — Über die Wissenschaftlichkeit des Jurastudiums habe ich ja bereits vor ein paar Tagen geschrieben. Nun hat Professor Christoph …
Herr Prof. Dr. Möllers hat im Verfassungsblog acht interessante Thesen zum Wissenschaftsstatus der Rechtswissenschaft (jurabilis! berichtete) aufgestellt. Diese sollen deshalb nicht unkommentiert bleiben: An dieser Stelle ist leider nur Platz für einen Kommentar zu den entscheidenden Thesen. Den Thesen von Möllers ist fast vollständig zuzustimmen. 4. Die Ausbildung ist zu wenig theoretisch sie ist aber zugleich zu wenig praktisch. Die einzige Prüfungstechnik, die wirklich Ähnlichkeit mit der juristischen Praxis hat, die Fall-Hausarbeit, tritt gegenüber Klausuren mehr und mehr zurück. Reden und Schreiben werden nicht gelehrt, sondern den Schlüsselqualifikationen überwiesen, die kaum jemand ernst nimmt. Dieses Problem hat auch etwas mit den miserablen Lehrkapazitäten zusammen, für die die juristischen Fakultäten nichts können. Was tun? Neben einer Verknappung der Studienplätze wäre mehr Phantasie bei der Ausgestaltung der Lehrveranstaltungen gefragt: Moot Courts sind hier ein wichtiges Vorbild, die Einführung von Law Clinics, die Lehre von juristischen Schreiben jenseits des armseligen so genannten Gutachtenstils auch Gutachten können gut geschrieben sein wären andere. 6. Der politische Prozess hat gar keine andere Wahl, als auch das Jura-Studium nach Kosten und Nutzen zu befragen. Auf den ersten Blick könnte man hier eine durchaus vernichtende Bilanz ziehen: Zweifelhafte wissenschaftliche Erfolge, die sich etwa in der sehr mageren Beteiligung an Projektforschung zeigen, werden durch ein Versagen in der Lehre ergänzt, das im Repetitorenwesen und einer enorm hohen Mißerfolgsquote in der Abschlussprüfung zum Ausdruck kommt. Das juristische Staatsexamen sorgt für sehr viele verlorene Lebensjahre. Auf den zweiten Blick sieht das Bild anders aus: Die besten 15-20 % Absolventen sind nach internationalen Standards erstklassige Juristen, dies zeigt ihre Werdegang in amerikanischen Law Schools oder in Institutionen wie der Europäischen Kommission. Auch diese Studierenden wurden unter miserablen Bedingungen ausgebildet, für die die Fakultäten nichts können. Was tun? Auf Dauer wird eine gute Juristenausbildung nur durch eine dramatische Verknappung der Studienplätze bei Beibehaltung der bestehenden Lehrkapazitäten funktionieren. Nur mit deutlich weniger Studierenden können wir für die Erfolge und Misserfolge in der Lehre in die Verantwortung genommen werden. Interessant ist der mehrfach gefasste Lösungsansatz "Verknappung der Studienplätze". Insoweit ist den Thesen jedoch zu widersprechen. Die rechtswissenschaftliche Juristenausbildung an deutschen Universitäten produziert zwar immer mehr Volljuristen, es sind aber nicht zwingend zu viele. Regelmäßig wird über die Karrierechancen der Juristen geschrieben. Oftmals geht es natürlich um die Berufschancen von Prädikatsjuristen (vgl. nur hier, hier oder hier). Über die vielen Juristen mit ausreichenden und befriedigenden Examina wird weniger geschrieben. Eine künstliche …
» Vollständiger ArtikelErschienen 9. Januar 2012 auf http://www.jurabilis.de.
De lege lata | 10. Januar 2012 — Über die Wissenschaftlichkeit des Jurastudiums habe ich ja bereits vor ein paar Tagen geschrieben. Nun hat Professor Christoph …
Verfassungsblog | 8. Januar 2012 — Im Moment tagt beim Wissenschaftsrat eine Kommission, die den Wissenschaftsstatus der Rechtswissenschaften diskutiert. Dieses T…
Jurabilis | 10. Januar 2012 — Jurabilis! kommentierte zuletzt zur fehlenden Wissenschaftlichkeit des Jurastudiums die Thesen von Prof. Dr. Möllers im Verfassung…
Jurabilis | 26. Juni 2007 — Der Dekan der juristischen Fakultät der TU Dresden macht in der aktuellen ZEIT (Nr. 26, S. 67) in einem Interview fleißig Werbung …
Weblawg.de | 3. April 2007 — "... Mit einer zügigen und dennoch guten Universitätsausbildung mit anschließender Berufseinarbeitung am angepeilten Arbeitsplatz …
Gedankensalat | 29. Oktober 2009 — Neugierig wie ich bin, habe ich mir das Ziel gesetzt den Koalitionsvertrag unserer neuen “Tigerenten”-Regierung zu lesen. Gut…
Vertretbar Weblawg | 15. März 2006 — Alexander Hartmann weist im (gelungenen) … jurabilis! auf die Empfehlungen der BRAK (Download pdf) sowie des KG (HTML) zur Au…
medien-gerecht | 11. September 2007 — Im Unispiegel findet man derzeit einen ausführlichen Artikel zur juristischen Ausbildung in Deutschland. Das der Artikel von …
staatsrecht.info | 13. Dezember 2005 — Der Bericht zu den Auswirkungen des Bologna-Prozesses auf die Juristenausbildung, der der Justizministerkonferenz bereits Mit…
JuraTube | 10. November 2011 — Das erste und zweite Staatsexamen der Rechtswissenschaft sind zwei der umfangreichsten und anspruchsvollsten Prüfungen, die man…
Ein Einser-Examen berechtigt Juristen zu den schönsten Karrierehoffnungen. Michael Markert ließ das alles sausen. Er lag mit dem Staat überkreuz, tourte durch Asien, eröffnete eine kultige Spelunke in Heidelberg. Seit vielen Jahren ist er Wirt und vermisst an der Juristerei: nichts.
Juristen sind von Haus aus dünkelhaft: In anderen Fächern spült eine weiche Welle Studenten zu Kuschelzensuren, die Rechtswissenschaften sind beinhart. Nur ein Prädikatsexamen berechtigt zu den schönsten Berufshoffnungen. Wer es nicht schafft, erntet scheele Blicke - oft lebenslänglich.
Ein Prädikatsexamen muss es schon sein, darauf hoffen alle Jurastudenten. Persönlichkeit, Praxis, Sprachen - darauf kommt es beim Berufsstart ebenfalls an, sagt Ulrike Guckes. Die Berliner Rechtsanwältin rät jungen Juristen davon ab, sich ausschließlich aufs Examen zu fixieren.