Abweichung des Bildinhalts von der Textbeschreibung bei Online-Angeboten ist wettbewerbswidrig
am 16.07.2007 von http://www.schindlerboltze.de/weblog
Entspricht die textliche Beschreibung eines Produkts bei einem Online-Shop oder bei eBay nicht dem dazugehörigen Foto, auf dem das Produkt abgebildet ist, so kann dies teuer werden. Spricht beispielsweise die textliche Beschreibung von einem Set mit fünf Stücken, zeigt die dazugehörige Abbildung jedoch sechs Stücke, so mangelt es an der Angabe eines wesentlichen Merkmals der angebotenen Leistung, nämlich der Anzahl der zum genannten Preis zu liefernden Stückzahlen. Ferner verstößt das Angebot gegen das Erfordernis eindeutiger Preisangabe gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 7 BGB-InfoV.
Dies entschied das Landgericht (LG) Kleve mit Urteil vom 02.03.2007 (Az. 8 O 128/06). Das LG Kleve folgt ferner der Rechtsprechung des OLG Hamburg und des KG Berlin, wonach die Widerrufsfrist bei eBay-Verkäufen nicht 2 Wochen, sondern 1 Monat betrage (siehe Beitrag) . Diese zu Recht in der juristischen Literatur kritisierte Rechtsprechung scheint sich leider nach und nach durchzusetzen. Ausgangspunkt dieser Überlegungen ist die Frage, ob vor Vertragsschluß bei eBay dem Verbraucher eine Widerrufsbelehrung in Textform zukomme. Während das LG Flensburg und das LG Paderborn davon ausgehen, dass auch die Darstellung der Widerrufsbelehrung auf der Website bei eBay der Textform genüge, verneinen dies inzwischen die Mehrzahl der deutschen Gerichte.
Zwar könne der Verbraucher dem Bildschirminhalt im Prinzip ausdrucken oder abspeichern. Das LG Kleve weist aber darauf hin, daß insbesondere älteren Internetbenutzern die Kenntnisse hierzu fehlen würden, oder oftmals die Druckerpatrone oder Tonerkartusche des Druckers leer sein könnte bzw. die Festplatte den Zugriff verweigern könnte.
Auch wenn es lobenswert ist, dass das LG Kleve insbesondere den älteren eBay-Nutzer schützen möchte, …
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