Absurd. Wenn Schuldner noch mehr Schulden machen sollen.

In Zukunft wollen wir hier auch über kleine Anekdoten aus dem Kanzleialltag berichten. Bei Tausenden von Mandaten, die wir über die Jahre bearbeitet haben, entstehen nämlich fast täglich Situationen, die uns mal schmunzelnd, mal kopfschüttelnd und gelegentlich auch einmal ungläubig auf auf das blicken lassen, was manche Unternehmen und Menschen so sagen oder tun.

Das folgende Ereignis zeigt wunderbar, wie abhängig wir von Computern und Systemen geworden sind, die teilweise das Einmaleins und auch den gesunden Menschenverstand ausschalten. So geschehen bei einem Gläubiger, mit dem wir für einen unserer Mandanten in Vergleichsverhandlungen treten wollten.

Vorab: auch wenn viele Staaten dieser Welt dafür kein Vorbild sind, gilt bei der Lösung finanzieller Probleme grundsätzlich und vor vor allem, dass möglichst nicht noch weitere Schulden gemacht werden sollten. Jede neue Kreditaufnahme und jede neue oder erhöhte monatliche Ratenbelastung verschärft die wirtschaftliche Situation des Schuldners. Im ungünstigsten Fall bleiben dann übrigens auch die Kreditgeber auf immer mehr ihrer Forderungen sitzen. Als wir also mit dem Gläubiger in Vergleichsverhandlungen treten wollten, lehnte dieser die Verhandlungen zunächst kategorisch ab. Das Computersystem verlange, so erfuhren wir, dass der Gläubiger erst noch weitere 2.000€ Schulden machen solle, erst dann habe er seinen Verfügungsrahmen ganz ausgeschöpft und der Computer schaltet das Konto für die Aufnahme von Vergleichsverhandlungen frei. Wie bitte?!

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Themen: Konto , Schulden

Erschienen 4. August 2011 auf http://www.advoneo-schuldnerberatung.de/blog.

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