Abstruse Dauerüberwachung eines strafentlassenen Mörders vorläufig ausgesetzt
am 16.04.2007 von strafblog
30 Beamte haben den heute 40-jährigen Frank O. seit seiner Haftentlassung im vergangenen Dezember rund um die Uhr bewacht, weil er nach langem Tauziehen einfach nicht mehr in der Haft gehalten werden konnte und die gesetzlichen Voraussetzungen für eine nachträgliche Sicherungsverwahrung nicht vorlagen. Rund 90.000 Euro monatlich hat die Dauerüberwachung den Steuerzahler mindestens gekostet, habe ich vor einiger Zeit mal irgendwo gelesen, bei dem beschriebenen Aufwand sicher keine Fantasiezahl. Einige Male war es O. gelungen, sich seinen Bewachern zu entziehen, was jedesmal zu erheblichem Presse-Tamtam geführt hat. Jetzt ist die unsägliche Maßnahme erst einmal ausgesetzt worden, vermeldet focus-online heute und bezieht sich dabei auf eine Sprecherin des Justizministeriums in Magdeburg. Die Behörden wollten dem Ex-Häftling damit “Raum geben, von dem ihm unterbreiteten Therapieangebot Gebrauch zu machen”.
Gut so. Ich hatte in einem früheren STRAFBLOG-Beitrag bereits gemutmaßt, die Behörden wollten O. so weichkochen, dass er freiwillig wieder in den Knast geht. Eine Anlasstat würde ihm vielleicht einfallen, wenn er sonst nicht mehr weiter weiß.
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