Abschiebung ist keine genügende Entschuldigung

Dre Angeklagte war während der Strafverfahrens abgeschoben worden. Er legt Berufung ein. Eine aktuelle Anschrift des Angeklagten in seinem Heimatland ist nicht bekannt. Es wird daher durch öffentliche Zustellung geladen. Zur Hauptverhandlung erscheint er nicht (was im Grunde nicht verwunderlich ist). Das LG Dresden hat mit Urt. v. 05.08.2010 – 10 Ns 422 Js 13356/08 - seine Berufung nach § 329 Abs. 1 stPO verworfen. Das Ausbleiben des Angeklagten im Berufungshauptverhandlungstermin sei nicht genügend entschuldigt, wenn der Angeklagte nach erfolgter Abschiebung dem Gericht seine Anschrift in seinem Heimatland nicht mitgeteilt hat, da anderenfalls das Gericht die Möglichkeit gehabt hätte, den Angeklagten unter seinem Aufenthaltso…

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Themen: Stpo , Entscheidung , Dresden , Rechtsmittelverfahren , Berufungsverwerfung , Genügende Entschuldigung

Erschienen 14. September 2010 auf http://blog.strafrecht-online.de.

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