Abmahnungen wegen übersehener Kennzeichnungspflichten (EnVKV, KosmetikV etc.)

Weiterhin in “Mode” sind wettbewerbsrechtliche Abmahnungen wegen übersehener Kennzeichnungspflichten, dabei ist es für mich überraschend, dass sich das Problem in den entsprechenden Branchen immer noch nicht umfassend herumgesprochen hat. Um es mal überspitzt auszudrücken: Für nahezu jede Ware die man verkaufen kann, existiert irgendwo irgendeine Kennzeichnungsverordnung oder eine ähnliche Pflicht, besondere Angaben zu leisten. So ketzerisch es klingt: Es ist schon fast unmöglich, etwas zu verkaufen, zu dem man nicht irgendwelche besonderen Hinweise geben muss. Der Evergreen der Abmahnungen ist dabei m.E. die Abmahnung wegen unterlassener Kennzeichnung nach der EnVKV, wobei ich vom Ausschreiben des Namens bewusst absehe. Kurz gefasst bedeutet diese laienhaft ausdrückt: Wenn man “weiße Ware” verkauft, muss man die entsprechenden Angaben zum Energieverbrauch dazu angeben. Wer das unterlässt, kann abgemahnt werden.

Daneben gibt es eine bunte Vielzahl von Verordnungen, bei denen mitunter zumindest fraglich ist, wie hier dem Verbraucher gedient ist, der beim besten Willen keinen Überblick gewinnen kann. Kostprobe gefällig? Pflichten gibt es etwa bei Kosmetika (u.a. KosmetikV), Lebensmitteln (u.a. ZZulV & LMKV), bei Batterien (Batterieverordnung) und auch für scheinbar profane Dinge wie Kristallglas (u.a. KrGlasKennzG). Und das ist ernsthaft nur eine Kostprobe dessen, was man aus gutem Grund alles übersehen kann als Händler – nur eben nicht übersehen darf.

Hinzu kommen die üblichen Fallstricke Preisangabenverordnung, Widerrufsbelehrung, AGB und Impressum, garniert mit speziellen Prüfpflichten, etwa einer Altersprüfung bei Spirituosen oder “Filmen ab 18″. Auch nett sind in dem Zusammenhang andere Fallstricke, die man häufig gar nicht vor Augen hat, etwa die Verwendung von Produktfotos ohne Genehmigung.

Da überrascht es nicht, wenn selbst das Bundesministerium resignierend schreibt:

Das Risiko einer Abmahnung lässt sich nicht vollständig vermeiden

Geholfen ist Ihnen damit aber auch nicht. Letztlich gilt die (profane) Wahrheit: Vorbeugen mit rechtlichem Rat ist der beste Weg. Und wenn die Abmahnung doch eingetrudelt ist, sollte man nicht selber “irgendwas machen” sondern umgehend und schnellstmöglich rechtlichen Rat vom Profi holen.

Wie wichtig das “umgehend” ist, zeigen andere Fälle, in denen zuerst gewartet und dann in aller hektik Falsch vorgegangen wurde: Wer nämlich am Ende die (evt. zu Re…

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Themen: Abmahnung , Preisangabenverordnung , Batterien , Kosmetika , Batterieverordnung , Battg , Envkv , Lmkv , Kosmetikv , Krglaskennzg , Zzulv
Rechtsgebiet: Wettbewerbsrecht

Erschienen 17. Dezember 2010 auf http://www.ferner-alsdorf.de.

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