9 Jahre Haft für Mutter wegen Kindesmißhandlung
am 12.01.2007 von strafblog
Zu 9 Jahren Haft hat das Landgericht eine 27-jährige Frau verurteilt, die ihrer heute 5 Jahre alten Tochter über Jahre hinweg ätzende Flüssigkeiten eingeflösst und diese dadurch dauerhaft geschädigt hat. n24.de berichtet, hatte die an Intelligenzdefiziten und Gefühlkälte leidende Frau das Kind bereits im Alter von einem Jahr mit heißem Wasser an den Oberschenkeln verbrüht, um Geld von der Unfallversicherung zu erhalten. In den Folgejahren habe sie dem Mädchen wiederholt ätzende Haushaltsreiniger zu trinken gegeben und dieses damit schwer verletzt. Es seien gravierende Dauerschäden und Entstellungen entstanden.
Die Frau hat die Taten gestanden und unter anderem geltend gemacht, sie sei mit dem Kind überfordert gewesen. Mit den Verletzungshandlungen habe sie die Einweisung des Kindes ins Krankenhaus erreichen wollen, um vorübergehend ihre Ruhe zu haben. Das Kind wird auch zukünftig wiederholt operiert werden müssen, um die Schäden zu behandeln. Ein Psychiater hatte der Frau volle Schuldfähigkeit attestiert.
Der Kindesvater soll das Kind ebenfalls misshandelt haben. So habe er dieses mit einem Teppichklopfer geschlagen. Der Mann wurde zu 8 Monaten Bewährungsstrafe verurteilt.
Das Kind lebt heute unter ständiger ärztlicher Kontrolle bei einer Pflegefamilie. Die Mutter wurde bereits vor einem halben Jahr in Untersuchungshaft genommen. Ihr Verteidiger hat offen gelassen, ob er Revision einlegen wird.
Autor: Ra Rainer Pohlen
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