Autofahrerin: Es war ein Fahrfehler, keine Absicht
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„In Deutschland passiert erst dann etwas, wenn etwas passiert ist.“ Mit diesem Satz hat der Ehemann einer wegen Totschlags angeklagten 66-Jährigen den Ärzten und dem ehemaligen Betreuer seiner Ehefrau "massive Versäumnisse" vorgeworfen. Seine Frau sitzt seit Dienstag vor dem Würzburger Schwurgericht auf der Anklagebank. Sie soll auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes in Ochsenfurt (Kreis Würzburg) eine 84-jährige gehbehinderte Frau absichtlich überfahren haben.
Der Ehemann hatte die Angeklagte zuvor wegen psychischer Probleme unter Betreuung stellen lassen. Der vom Amtsgericht bestellte Betreuer sah aber nach einem halben Jahr keine Veranlassung mehr, die Betreuung aufrecht zu erhalten. "Dabei bin ich mir absolut sicher, dass bei ihr eine psychiatrische Erkrankung vorliegt", betonte der Geschäftsführer und Hobby-Pferdezüchter aus Ippesheim (Kreis Neustadt/Aisch - Bad Windsheim). Er warf seiner Frau, nach Alkoholkonsum aggressiv geworden zu sein und ihn mehrfach mit Hammer oder Messer angegriffen zu haben.
Auch die Staatsanwaltschaft geht nach dem Ergebnis eines vorläufigen psychiatrischen Gutachtens davon aus, dass die Angeklagte ihren Zorn und Frust an der alten Dame ausließ und dabei den Tod der Rentnerin billigend in Kauf nahm. Deshalb wurde die 66-Jährige wegen Totschlags und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr angeklagt und sitzt seit dem Vorfall vom 26. Januar in Untersuchungshaft. Oberstaatsanwalt Erik Ohlenschlager wirft ihr vor, ihren aufgestauten Agressionen bei der Tat freien Lauf gelassen zu haben. Als die 84-jährige Geschädigte mit ihrer Gehhilfe auf dem Parkplatz des Einkaufsmarktes vor dem Auto langsam die Fahrbahn überquerte, sei die Angeklagte aus etwa einem Meter Abstand "mit laut aufheulendem Motor auf die Geschädigte zugefahren. Das Opfer hatte keine Chance", sagte Ohlenschlager.
Zeugen haben beobachtet, wie die Autofahrerin zuvor mehrfach hupte und wild gestikulierend schimpfte, bevor der schwere Achtzylinder plötzlich beschleunigte. Die 84-Jährige kam teilweise auf der Motorhaube zu liegen und stürzte auf die Fahrbahn, als die Angeklagte wieder abbremste. Dann wurde die Rentnerin vom linken Vorderrad des BMW überrollt, mehrere Meter mitgeschleift und schließlich gegen ein anderes Auto gedrückt. Sie starb noch am Unfallort an ihren schweren Verletzungen.
Die Angeklagte hat sich vor Gericht nicht selbst zum Tatgeschehen geäußert: "Der Unfall tut ihr unsäglich leid. Es war keinesfalls ein vorsätzliches Verhalten von ihr, sondern ein Fahrfehler", erklärte Verteidiger Norman Jacob. Auch bei der Polizei und bei ihrer Untersuchung durch den vom Gericht bestellten Psychiater hat die 66-Jährige angegeben, versehentlich Gas gegeben zu haben. Nur ihre persönliche Situation schilderte die Mutter von zwei erwachsenen Söhnen ausführlich. Ihr Ehemann habe sich vor mehreren Jahren einer um ……
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